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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 15/2014
Papst Franziskus und seine Gegner
Der Inhalt:

Editorial: Liebe Leserin, lieber Leser,

es fällt schwer, die eigene Ohnmacht auszuhalten angesichts der Kriege in der Ostukraine, in Syrien, dem Irak, in Israel und Gaza sowie im Südsudan und in Zentralafrika. Doch es ist vor allem der Krieg im Heiligen Land, der viele Menschen sehr bewegt und auch aufregt. Die Redaktion erreichen viele Friedenspetitionen oder Solidaritätsadressen – für Israel wie auch für Palästina. In dieser Ausgabe interviewen wir erneut einen Anwalt der Vernunft, der über den blutigen Konflikt hinaus denkt: den Publizisten und jüdischen Religionsexperten Günther Bernd Ginzel (Seite 30). Wiltrud Rösch-Metzler, die Bundesvorsitzende der internationalen katholischen Friedensbewegung Pax Christi, haben wir gebeten, im Hauptkommentar »Der Krieg in Gaza und wir« (Seite 10) die Position derer zu formulieren, die unsere Friedensfreunde auf beiden Seiten unterstützen – gerade weil beide Gruppen es derzeit in ihren eigenen Gesellschaften so extrem schwer haben.

Papst zu sein ist ein schwieriges Amt. Denn jede Entscheidung zeitigt in den 170 Ländern, in denen die katholische Kirche lebt, unbeabsichtigte Folgen. Vieles ist kaum kalkulierbar. Papst Franziskus macht diese Erfahrung nun im zweiten Jahr seiner Amtszeit. Er stößt auf zum Teil erbitterten, zum Teil verhaltenen Widerstand in seiner Kirche. Wer sind seine Kritiker, wer seine Gegner? Meine Recherchen, gebündelt in unserer Titelgeschichte, sind vor allem in Europa und Lateinamerika entstanden (Seite 26).

»Als Studentin hat mich vor gut dreißig Jahren Tilmann Mosers Buch ›Gottesvergiftung‹ aufgewühlt«, erinnert sich Kollegin Eva Baumann-Lerch. Vielen Christen ging es damals ähnlich, brachte der Freiburger Psychoanalytiker doch viel