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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 15/2013
Die Andersleute
Haben die Orden noch eine Zukunft?
Der Inhalt:

Protestieren – nicht ohne Spaß

von Norbert Copray vom 16.08.2013
Gegen Verkrustungen: Argumente für den zivilen Widerstand

Harro Honolka
Jetzt reicht’s!
50 Anleitungen zum Bürgerprotest. Westend. 238 Seiten. 14,99 €

Sich über Missstände zu empören oder nur still den Kopf zu schütteln – das tun viele Menschen. Aber was folgt daraus? Die berüchtigte Politikverdrossenheit? Die Wahlenthaltung? Begründet aufzubegehren, mit Leidenschaft und Verstand gleichermaßen: Das ist anspruchsvoller, auch anstrengender. Geht es gar darum, Menschen in Bewegung zu versetzen und Dinge verändern zu wollen, dann wird die Schar der Aktivisten meist recht bescheiden.

Und doch: Immer wieder haben Bürgerprotest und politisch-zivile Aktionen unerträgliche Missstände aufgezeigt, für Abhilfe bei Problemen gesorgt oder noch mehr Ungerechtigkeit verhindert. Die Protestformen reichen von Unterschriftenaktionen und Petitionen über Boykottaufrufe und Verweigerungsaktionen bis hin zu groß angelegten Kampagnen und juristischen Klagen; nicht zu vergessen der Protest durch Leserbriefe und Bankkonten- oder Energiefirmenwechsel.

Diese und andere Protestformen beschreibt der Sozialwissenschaftler Harro Honolka in seinem Buch. Er ist Mitglied bei attac München und hat viele der beschriebenen Protestformen selbst praktiziert. Sie sind überwiegend kreativ, erprobt, bisweilen nicht ohne Spaßfaktor. Honolka stellt jede Aktionsform mit Anlass, Aktionsablauf, Aufwand, Wirkung, Risiken und Spaßfaktor vor. Allein diese lobenswerte Darstellung macht das Buch schon lohnend.

Ihr voran geht eine Einführung über Konzept und Charakter sogenannter zivilgesellschaftlicher Bürgerproteste. Dazu liefert der Autor zehn Argumente für Bürgerproteste, etwa: »Ich möchte mit meiner Aktion etwas Sand ins Getriebe streuen«; »als Christ muss ich unter bestimmten Umständen gegen Staat und Politik aufstehen«; »meine Kinder sollen mir später nicht vorwerfen, ich hätte nichts versucht«. Nicht jeder und jede wird alle zehn Argumente für sich gelten lassen, aber es reicht ja schon, wenn zwei oder drei zutreffen.

Honolka verschweigt auch nicht »problematische Aspekte« des Bürgerprotests: Wer stellt fest, wann ein Missstand gegeben ist und welche Art des Protestes angebracht ist? Auch die Frage unerwünschter Nebenfolgen, der Umgang mit Informationsproblemen sowie persönlichen und juristischen Risiken werden abgewogen. Die Checkliste für ver

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