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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 15/2013
Die Andersleute
Haben die Orden noch eine Zukunft?
Der Inhalt:

Nah an den Leuten

von Thomas Seiterich vom 16.08.2013
Was bleibt vom Papstbesuch beim Weltjugendtag?
Fragen an die Teilnehmerin Anna Limbach

Frau Limbach, Sie haben am Weltjugendtag teilgenommen. Wenn Sie nun mit einigem zeitlichen Abstand auf das Treffen in Rio de Janeiro zurückschauen: Was bleibt von dem Treffen mit Papst Franziskus?

Anna Limbach: Ich nehme von Papst Franziskus eine sehr große Ermutigung für mein Leben mit. Das zeigte sich vor allem in der Abschiedsrede in der letzten Messfeier mit Franziskus. Der Text ist ein großer, dreigeteilter Auftrag an uns Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Der Papst sagte: Geht ...! Ohne Angst ...! Um zu dienen ...! Diese drei Aufforderungen, die der Papst dann erläuterte, haben sich mir am stärksten eingeprägt. Das will ich in meinem Leben hier in Deutschland verwirklichen, konkret in meiner Kölner Ehemaligengruppe der Fazenda da Esperanza. Natürlich ist dieser Auftrag eingebettet in das imposante Erlebnis der großen Gemeinschaft und des Feierns mit unzähligen jungen Leuten aus aller Welt.

Wie haben Sie den Papst erlebt?

Limbach: Ich war total neugierig. Ich hatte natürlich allerlei im Vorhinein über ihn gelesen. Doch hat mich überrascht, dass er so ganz nah an den Menschen dran ist. Für mich ist er wie mein älterer Freund in Christus rübergekommen. Seine Ausstrahlung hat mich sehr berührt, etwa wie er aufmerksam teilnahm, als Jugendliche ihren Kreuzweg von heute gestalteten. Er war mehr als bloß solidarisch, er war wirklich innerlich dabei. Franziskus hat jede Menge Späße mit den Leuten mitgemacht, ob er nun mit Menschen am Straßenrand Mate-Tee trank oder deren mitgebrachten Hüte aufsetzte.

Wie viel von der ungeschminkten brasilianischen Realität haben Sie erlebt?

Limbach: Davon habe ich viel erlebt, dank dem Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat. Ich wohnte in der Kindertagesstätte, die der Adveniat-Partner Amar (»Lieben«) im Stadtrandviertel Grajaú betreibt. Viele Kinder in dieser sehr herzlichen Kita stammen aus einer nahen Favela. Grajaú gilt als unterer Durchschnitt in Rio. Ein Pädagogenpärchen von Amar begleitete meine Reisegenossen und mich: Cliduzo und seine Frau Sinada. Das war super, denn sie nahmen uns mit in andere Projekte, zum Beispiel in ein Haus für Jungen im Alter von sieben bis fünfzehn, in dem Sinada arbeitet. Wir konnten dort sehen, wie sie vor allem die St

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