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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 15/2013
Die Andersleute
Haben die Orden noch eine Zukunft?
Der Inhalt:

Auf nach Palästina

von Thomas Seiterich vom 16.08.2013
Friedensbewegte Christen und ihr erfolgreicher Reiseführer

Im Herbst beginnt wieder die Reisesaison ins Heilige Land. Die Reise- und Pilgergruppen besuchen Israel und suchen dort nach den Lebensspuren des Jesus von Nazareth. Nur wenige wissen allerdings, dass die Altstadt von Jerusalem mit Via Dolorosa und Grabeskirche nicht in Israel liegt. Die Altstadt wurde 1967 im Sechstagekrieg erobert. Dabei fielen 183 jüdische und viele arabische Soldaten.

Nach Palästina, in die seit 46 Jahren israelisch besetzte Westbank und in die autonomen Zonen unter PLO-Verwaltung, reisen nur wenige Heilig-Land-Besucher. Wenn überhaupt, dann schauen sie kurz in Bethlehem vorbei. Dort beten die Pilger in der Grotte der Geburtskirche. Sie wurde im Jahr 335 unter Kaiser Konstantin geweiht – eine der wenigen erhaltenen Bauten aus frühchristlicher Zeit.

Kaum eine der vielen Reisegruppen übernachtet in Palästina. Die Reisenden lassen ihr Geld in Israel. Nur Brosamen fallen ab für häufig notleidende palästinensische Familien wie zum Beispiel die Krippenfiguren-Schnitzer und Andenkenverkäufer in Bethlehem. Auch deshalb haben die friedensbewegte Uttumer Reiseleiterin Gesine Janssen, der Gernsbacher Unternehmer Hans Werner von Wedemeyer und andere mit Palästinensern befreundete evangelische Christen einen ökumenischen Palästina-Reiseführer angeregt und mitgestaltet. Das Buch der renommierten Autoren Burghard Bock und Wil Tondok ist in der Reihe »Reise-Know-How« erhältlich. Es trägt den Untertitel: »Reisen zu den Menschen«.

Gleich zu Beginn bezieht das Reisehandbuch Position: »Ein Reiseführer als Antwort auf den Ruf ›Kommt und seht …!‹ des ökumenischen Kairos-Palästina-Dokuments und auf das Motto vom Siedlungsbau bedrohter Menschen ›Wir weigern uns, Feinde zu sein‹.« Der Erlös des Buches »kommt als Spende dem den Frieden fördernden Projekt Cinema Jenin zugute, einem kommunalen Kino und Kulturhaus in der konfliktgeplagten Stadt Jenin. Ein Projekt, das vom Goethe-Institut und Auswärtigen Amt gefördert wird«.

Völkerrechtswidrig gebaute jüdische Siedlungen beherrschen nahezu alle Höhenzüge im bergigen Palästina. Sie dominieren rund die Hälfte des Gebietes. Janssen und Wedemeyer beschönigen nichts. Im Vorwort erklären sie den Reisewilligen: »Sie werden auch der Zerrissenheit in den politischen Auseinandersetzungen begegnen« und den Lebensumstä

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