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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 15/2012
Erotisches Begehren
Die Sehnsüchte der Menschen und die katholische Sexualmoral
Der Inhalt:

»Ohne Verzicht gibt es keinen Frieden«

von Gunnar Leue vom 10.08.2012
Rainer Eppelmann berät Südkoreaner beim Projekt Vereinigung. Fragen an den ehemaligen DDR-Oppositionellen

Herr Eppelmann, Sie sind ein gefragter Experte bei den Südkoreanern im Blick auf deren Wunsch nach der Vereinigung des Landes. Kann man die Situation von Nord- und Südkorea überhaupt mit der von DDR und Bundesrepublik vergleichen, abgesehen von der Teilung des Landes?

Rainer Eppelmann: Sicher nur bedingt, weil die Diskrepanz der ökonomischen und gesellschaftspolitischen Verhältnisse in den beiden Teilen Koreas viel größer ist, als sie es im geteilten Deutschland war.

Ist diese Sicht bei den Südkoreanern angekommen?

Eppelmann: Zunächst einmal macht sich die Politik Gedanken, wie sie die gesunkene Zustimmung der südkoreanischen Bevölkerung zum Projekt Einheit Koreas wieder verbessern kann. Es ist ja auch den Bürgern in Südkorea nicht entgangen, was in Deutschland nach dem Mauerfall passierte. Zuerst große Begeisterung und dann die Ernüchterung ob der ungeheuren Lasten. Bei den südkoreanischen Politikern ist die Begeisterung für das Projekt Einheit immer noch groß. Aber sie wissen auch, dass es angesichts der gewaltigen ökonomischen Unterschiede zum Norden umso wichtiger ist, die Bevölkerung an ihrer Seite zu haben.

Konnten Sie helfen?

Eppelmann: Es ist schon eine schwierige Aufgabe. Denn vor allem in der jungen Generation schwindet das nationale Zusammengehörigkeitsgefühl. Die Wiedervereinigung ist für viele kein Thema mehr.

Ist das die größte Parallele zum geteilten Deutschland? Denn je jünger die Bundesbürger waren, desto weniger zeigten auch sie Interesse für ihre Landsleute im Osten.

Eppelmann: Die Südkoreaner wissen noch weniger über die Nordkoreaner, als die Westdeutschen über die DDR wussten. Deshalb kommen die Nordkoreaner als Menschen, die selber handeln müssen, in ihren Überlegungen gar nicht vor. Obwohl sie uns das nicht sagten, weil sie sehr höflich sind, merkten wir, dass sie nicht erfreut waren, wenn wir fragten: Welche Rolle spielen denn in all den Vereinigungs-Überlegungen die normalen Nordkoreaner? Wissen die, wie die Menschen im Süden leben? In Nordkorea herrscht ja eine völlig andere Situation als in der damaligen DDR, wo wir jeden Abend Westfernsehen geschaut haben und über die Verhältnisse drüben Bescheid wussten.

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