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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 15/2012
Erotisches Begehren
Die Sehnsüchte der Menschen und die katholische Sexualmoral
Der Inhalt:

Mit Vertrauen zum Erfolg

von Micha Heitkamp vom 10.08.2012
Nalan Schmidt leitet in Wertheim das erfolgreiche Integrationsprojekt Ginco – jetzt steht es vor dem Aus

Nach den Sommerferien wird Laura Pawlicki eine Ausbildung bei der Deutschen Post beginnen. Die 18-Jährige zögert, bevor sie den entscheidenden Satz ausspricht: »Ich glaube, dass ich ohne Ginco diesen Ausbildungsplatz nicht bekommen hätte.«

Ginco steht für »Ganzheitliches Integrationscoaching«. Es ist ein Projekt, das im vergangenen Schuljahr im Beruflichen Schulzentrum Wertheim angeboten wurde. Schulleiter Norbert Stallkamp hatte sich darum bemüht, Ginco an seine Schule zu holen. Zuvor wurde die von der Bundesregierung und der Bundesagentur für Arbeit getragene Maßnahme nur in Großstadt-Schulen durchgeführt. Stallkamp sieht die Umsetzung im baden-württembergischen Wertheim daher als eine Art »Pilotprojekt für den ländlichen Raum«.

Für die Umsetzung kam die Sozialpädagogin Nalan Schmidt an die Schule. Die Vorgabe der Arbeitsagentur: Schüler mit Migrationshintergrund sollten individuelle Hilfe bei der Suche nach einer Ausbildungsstelle erhalten. »Aber uns allen war sehr schnell klar, dass das nicht reicht«, erklärt Nalan Schmidt. Das Projekt wurde auch für andere Jugendliche geöffnet, da »der persönliche Kontakt zwischen Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund für eine funktionierende Integration wichtig ist«. Zum Bewerbungstraining kam noch die Persönlichkeitsbildung hinzu.

In dem Integrationsprojekt gab es Platz für zwanzig Jugendliche. Da es von Anfang an erfolgreich war und nach sehr kurzer Zeit schon die ersten Schüler an Ausbildungsbetriebe vermittelt werden konnten, gab es für die frei werdenden Plätze immer sofort neue Interessenten.

Ein großer Vorteil in der Arbeit mit den jungen Leuten sei ihre eigene Herkunft, erzählt die 34-Jährige. Sie selber hat türkische Wurzeln, ist mit einem Deutschen verheiratet und spricht fließend Deutsch und Türkisch. Deshalb kennt sie auch die besonderen Probleme, mit denen türkischstämmige Jugendliche zu kämpfen haben. Mit den meisten Schülern hat sie sich allein getroffen. Wenn es sich anbot, fanden auch Gruppensitzungen statt.

Durch die individuelle Betreuung war es für Nalan Schmidt möglich, die Probleme und Stärken der Schüler schnell herauszufinden. Sie war auch ständig per Handy oder Facebook erreic

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