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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 14/2017
Wie viel Religion verträgt die Kunst?
Eine Spurensuche auf der documenta
Der Inhalt:

Was ist das für ein Land?

vom 21.07.2017

DVD. Der Schriftsteller James Baldwin (1924-1987) bekam 1979 den Auftrag, ein Buch über seine ermordeten Freunde und Ikonen der Bürgerrechtsbewegung zu schreiben, eine Auseinandersetzung mit Martin Luther King, Malcolm X und Menschenrechtsanwalt Medgar Evers. Baldwin nahm an, ließ den Text jedoch liegen. Sein unvollendetes Manuskript »Remember This House« dient dem Regisseur Raoul Peck nun als Grundlage für einen scharfsinnigen und aufwühlenden Filmessay. Aus Archivaufnahmen und Zeitzeugeninterviews formt sich hier ein Bild der USA aus der Sicht eines schwarzen Intellektuellen, kommentiert mit Zitaten des Baldwintextes aus dem Off. So werden in diesem buchstäblichen »Film noir« Parallelen zwischen den blutigen rassistischen Auseinandersetzungen in den 1960ern und heutigen Aufständen deutlich. Mit Szenen aus John-Wayne-Western und Doris-Day-Komödien veranschaulicht der Dokumentarfilm aber auch die soziale Angst der schwarzen Bevölkerung, ihr Gefühl der Nichtzugehörigkeit zu einer Gesellschaft, deren Helden ausschließlich Weiße sind. »Was ist das für ein Land, in dem ein Neuntel der Bevölkerung als minderwertig gilt?«, fragt Baldwin. Und gibt diese Frage weiter an die Weißen: »Ihr habt den Nigger erfunden, ihr müsst herausfinden, warum.«

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