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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 14/2017
Wie viel Religion verträgt die Kunst?
Eine Spurensuche auf der documenta
Der Inhalt:

Streit um »Judensau«

vom 21.07.2017
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Zwei Gestalten knien unter einer Sau und saugen an ihren Zitzen. Links daneben sitzt ein Mann und blickt der Sau in den After. SchemHaMphoras ist darüber zu lesen – eine der Bezeichnungen für Gott im Judentum. Das für gläubige Juden unreine Tier in Verbindung mit dem Namen Gottes bedeutet für sie eine ungeheure Gotteslästerung. Im Reformationsjahr ist der Streit um die als »Judensau« bekannte Schmähskulptur nun erneut entbrannt. Seit etwa 1300 hängt diese am Südostflügel der Stadtkirche Wittenberg – als Mahnmal, wie manche finden, so etwa Johannes Block, der Pfarrer der Stadtkirche. Die Judensau erinnere an Dunkles, auch an den Antijudaismus Martin Luthers – so heißt es in einer Erklärung der Gemeinde. Eine Gedenktafel unterhalb der Skulptur weist auf die Verbrechen der NS-Zeit hin. Diese Tafel verstand der britische jüdische Theologe Richard Harvey jedoch nicht, als er Wittenberg im vergangenen Sommer besuchte. Schockiert startete er eine Online-Petition und sammelte über 7000 Unterschriften für die Abnahme der Judensau. Bei Mahnwachen auf dem Marktplatz treffen sich wöchentlich die Gegner der Skulptur. Ende Juni votierte der Wittenberger Stadtrat dennoch für den Erhalt der Judensau als historisches Denkmal. Eine Stele mit einem englischen und deutschen Erklärtext sei aber in Planung.

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