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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 14/2016
CETA, TTIP und TISA stoppen! Fairhandel statt Freihandel
Der Inhalt:

Kolumbiens wackliger Frieden

Durch Vermittlung der Kirche scheint ein Frieden in Kolumbien in greifbarer Nähe. Doch es gibt Risiken und offene Fragen

Wir werden den kolumbianischen Unabhängigkeitstag befreit von diesem Krieg feiern können.« Davon war Pater Darío Echeverri beim Katholikentag in Leipzig überzeugt. Auch Kolumbiens Präsident Manuel Santos bestätigte noch vor einigen Wochen: Die Regierung wird mit der Farc, der größten Guerillabewegung des Landes, am 20. Juli den Friedensvertrag unterzeichnen. Doch kurz vor Redaktionsschluss verdichteten sich die Anzeichen, dass es doch nicht zur Unterschrift von Präsident Santos und Farc-Chef Rodrigo Londoño Echeverri, genannt Timoschenko, kommt.

Die gute Nachricht ist: Unabhängig davon, wann genau unterzeichnet wird – der Friedensvertrag ist trotzdem in greifbarer Nähe. Das ist auch der Grund, warum sich Padre Echeverri, der Generalsekretär der Nationalen Versöhnungskommission, dazu hinreißen ließ, einen exakten Termin zu nennen. Er war bei den dreijährigen Verhandlungen ebenso dabei wie beim historischen Handschlag zwischen Präsident und Guerilla-Führer im September 2015. Er musste aber auch erleben, wie der 23. März 2016, an dem der Friedensvertrag schon einmal unterzeichnet werden sollte, ungenutzt verstrich. Er war dabei, als knifflige Punkte, wie etwa die Verabredung einer Übergangsjustiz, die den Tätern beim Eingeständnis ihrer Schuld Strafnachlass in Aussicht stellt, immer wieder ausgeklammert und vertagt wurden, bis man sich schließlich auf eine Vorgehensweise einigte. Und er stand an der Seite der sechzig ausgewählten Opfer, die in Havanna im Angesicht der Täter ihre Geschichten erzählen konnten. Darunter waren sowohl Opfer der Guerillas als auch der Regierungstruppen. Dieses bislang einmalige Vorgehen hat zu manch einschneidendem Gesinnungswandel der Verhandlung