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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 13/2019
Raus aus der Angst!
Kirchentag 2019. Worauf man vertrauen kann
Der Inhalt:

Der Letzte Brief (Vorsicht Satire!): Sehr geehrter Papst Franziskus,

wie Sie sicherlich wissen, gibt es seit 2018 unsere vatikanische Frauenfußballmannschaft. Nun kam es bei unserem ersten Auswärtsspiel gegen den FC Mariahilf zu einem bedauerlichen Skandal. Während der Hymne zogen drei österreichische Spielerinnen ihr Trikot hoch. Es kamen Parolen zum Vorschein, die unserer Sexualmoral widersprechen. Ich habe unsere Mädels natürlich sofort in Sicherheit gebracht. Für den Medienrummel möchte ich mich entschuldigen. Der Leiter der vatikanischen Auslandsaufklärung, Monsignore Spionelli, hätte diese Gefahr erkennen müssen. Sie sollten ihn feuern!

Für unser Projekt ist das ein herber Rückschlag. Wie Sie, so bin auch ich überzeugt, dass wir nur mit einer erfolgreichen Frauenfußballmannschaft die Lufthoheit über die theologischen Stammtische gewinnen können. Die Wahrheit liegt auf dem Platz, sagte schon Rehhagel. Als schwierigsten Gegner schätze ich die deutsche Spielvereinigung Maria 2.0 ein. Da müssen wir gewinnen!

Allerdings sind unsere Bedingungen nicht ideal. Wir haben viel zu wenig Spielerinnen! Hätte sich nicht die unbekannte Tochter von Kurienkardinal Visimatento geoutet, hätten wir nicht einmal elf Frauen nach Wien schicken können. Sie müssen Sportlerinnen in den Vatikan einbürgern. Subito!

Das zweite Problem ist die Auswahl der Gegner. Gegen die Roten Teufelinnen aus Kaiserslautern können wir nicht spielen. Eine Niederlage wäre verheerend – zumal Sie selbst ja so oft vom Teufel sprechen. Das Spiel in Teheran musste abgesagt werden, weil da unsere Spielerinnen ihr Trikot hochziehen wollten: »Mein Kopf gehört mir. Kein Zwang zum Tuch« und solche Parolen.