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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 13/2019
Raus aus der Angst!
Kirchentag 2019. Worauf man vertrauen kann
Der Inhalt:

Leserbriefe

Zurück zur Kernbotschaft

Zu: »Auf der Kippe« (11/19, Seite 26-31)

Ich erwarte, dass es Kirchentage länger geben wird als die Kirche. Weil es vermutlich Glauben länger geben wird als Kirche. Und Glaube ist auf Kirchentagen eher anzutreffen als in Kirchen. Auf Kirchentagen gibt es ein Plus an Gefühl, an Gemeinsamkeit, an Vergewisserung, an Zusammengehörigkeit, an Bekenntnis, auch an Überzeugung von Richtigkeit, all das kann in Gottesdiensten nicht vermittelt werden. Weil dort mit dem Wort »gearbeitet« wird, weil versucht wird, Glauben durch rationale Argumente zu fördern; das ist aber letztlich unmöglich, denn Glauben ist irrational, er ist fast immer eine »Trotzdem-Überzeugung« und als solche widerstandsfähiger als eine »Weil-Überzeugung«. Religiöse Inhalte müssen nicht verstanden, sondern geglaubt werden. Nicht Diskutieren, sondern Meditation, Kontemplation, Schweigen, Trance, auch Musik, Kerzen, Weihrauch müssen die Methoden der Wahl sein, um Glauben zu erhalten. Georg Fritzen, Düren

Im Gegensatz zu 2017 hat die evangelische Kirchentagsleitung heuer darauf verzichtet, Vertreter der AfD aufs Kirchentagspodium einzuladen. Ein Eingeständnis eigener Schwäche! Sollten deren Vertreter tatsächlich radikal antichristliche Maximen vertreten, so müssten evangelische Theologen doch imstande sein zu kontern. Hat nicht Richard von Weizsäcker gewarnt: »Kirche ist nicht dazu da, Politik zu machen, sondern Politik möglich zu machen«? Damit meinte er eindeutig eine Diskussion in gegenseitigem Respekt vor gegensätzlichen Meinungen. Bärbel Fischer,