Opfer sind meistens männlich
Der große Skandal wurde vor sechs Jahren öffentlich: Seitdem lässt die römisch-katholische Kirche in Deutschland forschen, um dem Ausmaß des sexuellen Missbrauchs innerhalb ihrer Institution auf die Spur zu kommen. Nun sind zwei Jahre nach einem neuen Forschungsprojekt, das weiterhin läuft, zunächst Auswertungen von bereits veröffentlichten Untersuchungen erfolgt. Diese geben klare Hinweise darauf, was die katholische Kirche von anderen Großinstitutionen mit Missbrauchsskandalen unterscheidet: »Typisch katholisch« ist, dass fast achtzig Prozent der Opfer männlich sind. Das stellte die Forschungsgruppe unter Leitung des Psychiaters Harald Dreßing und des Kriminologen Dieter Dölling fest. Üblicherweise ist es anders: Im Schnitt sind 55 Prozent der von sexueller Gewalt Betroffenen in institutionellem Zusammenhang weiblich.
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