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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 13/2015
Der Kult ums Essen
Ernährung zwischen Lebensstil und Religionsersatz
Der Inhalt:

Aufgefallen: Die Kampagnen-Macherin

von Josefine Janert vom 10.07.2015
Cornelia Reetz sitzt im Berliner Büro der Europäischen Bürgerinitiative gegen das Freihandelsabkommen »Stop TTIP«. Bei ihr laufen die Fäden zusammen

In einer Stunde hat sie eine Telefonkonferenz mit den Aktivisten. »Da besprechen wir die tagesaktuellen Dinge«, sagt Cornelia Reetz. Die 32-Jährige arbeitet im Berliner Büro der Europäischen Bürgerinitiative »Stop TTIP«. Der haben sich mehr als 480 europäische Organisationen angeschlossen. Protest gegen das geplante Freihandelsabkommen mit den USA kommt mittlerweile aus allen Staaten der EU. Bei ihr laufen die Fäden zusammen.

Es ist viel Arbeit für die Politikwissenschaftlerin mit den schulterlangen braunen Locken. »Teamarbeit!«, betont sie und begrüßt schwungvoll ihre Kollegin Stephanie Roth, die eben das Büro betritt. Beide koordinieren die Kooperation mit den Partnern im In- und Ausland, informieren sie über Aktionen in Deutschland. Zum Beispiel über die Großdemonstration gegen TTIP und Ceta, die für den 10. Oktober in Berlin geplant ist. »Stop TTIP« ist einer der Veranstalter – und Cornelia Reetz und Stephanie Roth bereiten das Ereignis mit vor. »Ich bin eher der nachdenkliche Typ, der strukturiert arbeitet, und Stephanie strahlt so viel positive Energie aus«, sagt Reetz. »Das perfekte Zweiergespann.«

Cornelia Reetz stammt aus einer »sehr katholischen Familie«, wie sie selbst sagt. Sie wuchs in der Eifel auf dem Land auf, wo konservative, christliche Werte eine große Rolle spielen. Für ihren Werdegang war das Jahr 2001 von großer Bedeutung: die Anschläge auf das World Trade Center und die Ausschreitungen gegen die Demonstranten beim G8- Gipfel in Genua. »Plötzlich sprachen alle von Globalisierung«, erinnert sie sich. Stärker als zuvor interessierte sie sich nun dafür, wie die Ressourcen gerecht verteilt und der Handel mit Entwicklungsländern fair gestaltet werden können.

Ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr verbrachte sie bei Attac. Als Studentin in Bremen engagierte sie sich weiter ehrenamtlich bei den Globalisierungskritikern. Später setzte sie einen Master im Fach International Development drauf. Dafür zog sie nach Großbritannien, lebte außerdem für ein paar Monate in Vietnam und Kuba, um die Situation der Entwicklungsländer besser kennenzulernen. Seit vier Jahren wohnt sie in Berlin. Englisch beherrscht Cornelia Reetz wie ihre Muttersprache – kein Wunder, es ist die Sprache ihres Lebensgefährten.

»Statt zu überlegen, wie wir den Markt demokratiekonfo

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