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Konnte Jesus auf dem Wasser gehen?

Wie ist die Bibel zu verstehen – wortwörtlich oder historisch-kritisch, im Kontext ihrer Zeit? Die Debatte scheint im Protestantismus wieder neu eröffnet
von Eva-Maria Lerch vom 26.06.2015
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Konnte Jesus auf dem Wasser gehen? Hat er tatsächlich Tote auferweckt? Und war Maria Jungfrau, als sie ihn gebar? Fragen wie diese sind in Stuttgart plötzlich wieder brandaktuell. Das Verständnis der Bibel – ob sie nun wortwörtlich oder historisch-kritisch zu lesen ist – wird auf zahlreichen Podien diskutiert: »Bibel. Fundament. Fundamentalismus«, hieß eine Veranstaltung. Eine andere nennt das Problem deutlich: »Streit um die Bibel«. Und die Besucher stehen zu Hunderten in langen Schlangen vor den Sälen, um an diesen Diskussionen teilzunehmen. Dabei ist die Frage nach dem Bibelverständnis der Kirche theologisch eigentlich längst geklärt. Sämtliche theologischen Fakultäten – evangelische wie katholische – lehren die historisch-kritische Methode, die die biblischen Bücher in ihrem historischen Kontext betrachtet. Ein voraufgeklärtes Verständnis der Bibel, das dieses Buch als vom Himmel gefallenes Wort Gottes begreift, ist vor der modernen Wissenschaft und der Welterfahrung heutiger Menschen schlichtweg nicht mehr begründbar.

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