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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 12/2014
Fulbert Steffensky: Spiritualität
Warum ich das Wort nicht mehr hören kann
Der Inhalt:

Wie weiter mit dem Sozialwort?

von Bettina Röder vom 27.06.2014
Erschöpfende Antworten darauf gab eine Tagung in Berlin nicht. Wohl aber machte sie deutlich, was der Debatte im Wege steht

Puuh, was für ein Tag«, rief Kardinal Reinhard Marx zum Schluss der Veranstaltung. Und damit meinte er wohl weniger das warme Wetter draußen als vielmehr die 300 Menschen hier drinnen. Sie hatten an diesem Sommertag in der Französischen Friedrichstadtkirche in Berlin-Mitte ausgeharrt. Viele waren »dienstlich« hier, einige kamen freiwillig. Es ging um die gemeinsame Sozialinitiative des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Deutschen Bischofskonferenz. Anfang des Jahres hatten sie ein Papier zur »Gemeinsamen Verantwortung für eine gerechte Gesellschaft« vorgestellt. Darin bekennen sie sich zur sozialen Marktwirtschaft und stellen in zehn Thesen vor, was gemeinsame Verantwortung heißt. Von der Bildung bis hin zur Umwelt. Doch die Meinungen darüber, ob das Papier wirklich zu einer gerechteren Gesellschaft beiträgt, gehen weit auseinander. Der häufigste Kritikpunkt: Es enthält viele richtige Aspekte, ist aber zu unverbindlich. Eine Dialog-Plattform im Internet wurde dazu eingerichtet. Auf der Berliner Tagung nun meldete Gerhard Wegner, Direktor des Sozialwissenschaftlichen Instituts der EKD einen Erfolg, der eigentlich keiner ist: 12 000 Besucher hatten die Seite angeklickt, 55 Menschen Kommentare geschrieben. In drei Monaten ist das alles andere als viel.

Sollte die Berliner Tagung also kräftig für das Papier eine Public-Relations-Veranstaltung sein? Oder sollte sie nur den Anwesenden Gelegenheit dazu geben, ihrem Unmut an der einen oder anderen Stelle noch einmal Luft zu machen, während die Kirchen aber in Wirklichkeit mit der politischen und wirtschaftlichen Elite im Gespräch bleiben wollen? »Genau auf diesen Dialog mit den Eliten wird es rauslaufen«, erklärte Theologe und Philosoph Bernhard Emunds, Leiter des Oswald von Nell-Breuning-Instituts in Frankfurt-St. Ge orgen, gegenüber Publik-Forum.

Was sollte also diese Tagung ausrichten, auf der sich Wissenschaftler, Theologen und Ökonomen zusammenfanden, um über verschiedene Aspekte der Gerechtigkeit – von der Generationengerechtigkeit bis hin zur Umweltgerechtigkeit – noch einmal zu diskutieren? Vor allem: Wie wird es mit dem Papier nun weitergehen?

Immerhin verkündete Bischof Reinhard Marx zum Schluss, dass diese Veranstaltung kein Endpunkt sein solle. Vielmehr

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