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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 12/2013
Fernweh trifft Wirklichkeit
Wie fair kann Tourismus sein?
Der Inhalt:

Von kleinen Ichs zum guten Wir

von Stephan Cezanne vom 28.06.2013
»Nur noch kurz die Welt retten«: Auf ihrer Jahrestagung diskutierte die von Ken Wilber inspirierte integrale Bewegung spirituelle und gesellschaftspolitische Ansätze, um die Zukunft zu bewältigen

Wie kommen lauter kleine Ichs zu einem guten Wir?« – so lautete eine der zentralen Fragen auf der Jahrestagung der integralen Bewegung. Die sogenannte integrale Bewegung, die sich an den Gedanken des Philosophen Ken Wilber orientiert, versucht eine umfassende Sicht des Menschen und der Welt zu entwickeln. Sie integriert dabei spirituelle Einsichten und wissenschaftliches Denken – und erhofft sich davon die Chance, die Welt durch ein gemeinsames Bewusstsein der Menschen zu verändern. »Wir diskutieren über Lösungen für Probleme, von denen die meisten noch nicht wissen, dass sie sie haben«, sagte Stefan Schoch, integraler Coach und Vorstandsvorsitzender des Integralen Forums Deutschland.

Unter der Devise »Die Gruppe ist klüger als der Einzelne« suchten rund 120 Kongressteilnehmer drei Tage lang in Nürnberg eine neue Methodik, um die Welt »zu einem besseren Ort zu machen«. Größter Antrieb »der Evolution ist es, die Dinge zu verbessern«, unterstrich der US-amerikanische Autor und Philosoph Steve McIntosh, eine der führenden Persönlichkeiten innerhalb der integralen Theorie. Für McIntosh entwickelt sich das Universum nicht zufällig, sondern zielgerichtet: »Etwas mehr kommt aus etwas weniger.« Weil alle Stufen der kosmologischen Entwicklung McIntosh zufolge auch in jedem Menschen enthalten sind, wird der Mensch zum »Agenten und Mitgestalter der Evolution«.

Leitstern der integralen Bewegung ist und bleibt Ken Wilber. Der 1949 geborene Denker lebt und arbeitet in Denver im US-Bundesstaat Colorado. Er ist Urheber des integralen Ansatzes und versucht dabei, moderne Wissenschaft und alte Weisheitstraditionen zusammenzubringen. Mit dem von ihm gegründeten Integralen Institut wirkt er weltweit auf lokale Gruppen und Online-Gemeinschaften.

»Wilber hat mit seinem Lebenswerk einen unglaublichen Beitrag geleistet, der ganz viele Menschen inspiriert hat«, sagt Schoch. Doch ein Guru sei Wilber nicht. Seine Thesen würden durchaus kritisch diskutiert. Bei vielen Menschen hätte die Begegnung mit dem Werk von Ken Wilber aber so etwas wie eine »spirituelle Initialzündung« ausgelöst.

Einer der durch Wilber inspirierten prominenteren Ansätze ist die »Gemeinwohl-Ökonomie« des Österreichers Christian Felber. Diese versteht sich als pragmatische Alternative zu kapitalistischer Marktwirtschaft und zentraler Planwi

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