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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 12/2013
Fernweh trifft Wirklichkeit
Wie fair kann Tourismus sein?
Der Inhalt:

Kollege Flocke

von Silke Düker vom 28.06.2013
Hunde sind gute Therapeuten, und ihnen ist es egal, ob ein Kind behindert ist, ob es Deutsch sprechen kann, welchen sozialen Hintergrund und welche Hautfarbe es hat

Es ist Mittag, die Sonne brennt von einem sattblauen Himmel herunter. Ein warmer Wind weht über die Felder. Roter Mohn und tiefblaue Kornblumen säumen den Straßenrand. Kathrin Lahusen, Psychologin im Frühförderzentrum Bremen-Neue Vahr, hat sich auf den Weg ins Bremer Umland gemacht. Nach etwa einer Stunde Fahrt wird sie endlich ihre neue Gefährtin kennenlernen. Schon seit Wochen wartet sie auf diesen Termin. Vor ein paar Tagen endlich kam der Anruf der Züchterin: Der Wurf ist wohlauf. Neun kleine Labradoodle hat die Labradorhündin zur Welt gebracht.

Diese Sorte Hund ist selten, eine besondere Züchtung. Genauer: eine Kreuzungszucht aus Labrador und Königspudel. Bislang ist der Labradoodle nur in Australien als Rasse anerkannt. In Deutschland noch nicht. Das Ziel der Züchtung: Dieser Hund soll die Intelligenz des Königspudels und die Vitalität und Gutmütigkeit eines Labradors in sich vereinen. Vor allem aber löst sein lockiges Fell, genau wie das des Pudels, keine Tierhaarallergie aus.

Kathrin Lahusen, die als Psychologin mit Kindern im Vorschulalter arbeitet, möchte diesen besonderen Hund bei ihrer Arbeit mit verhaltensauffälligen Kindern einsetzen. »Ein Hund kann Vermittler sein«, so ihre Idee. »Er ist dem Menschen weit voraus, was seine vorurteils- und wertfreie Haltung angeht. Ihm ist es egal, ob ein Kind behindert ist oder nicht, ob es Deutsch sprechen kann, welchen sozialen Hintergrund und welche Hautfarbe es hat. Er ist oft authentischer und zeigt, was er im Moment fühlt.«

Der Hund mit dem lockigen Fell soll sich dabei in bereits bestehende Konzepte wie etwa heilpädagogische Frühförderung oder Sprachheiltherapie einfügen. Lahusen: »In unserem Frühförderzentrum bieten wir verschiedene heilpädagogische undmedizinisch-therapeutische Leistungen für rund 400 Förderkinder an. In diesem Rahmen möchte ich mit dem Hund arbeiten. Die tiergestützte Therapie ist keine eigenständige Therapie, sondern immer im Zusammenhang mit bereits bestehenden Hilfe- und Förderplänen oder Behandlungskonzepten zu sehen.«

Es geht landauf und landab durch verschlafene Dörfer, vorbei an Bauernhöfen. Dann endlich eine schmale Straße, von Bäumen gesäumt. Sie führt direkt zum Anwesen der Züchterin Dagmar Schmitt.

Hinter einem hohen Lattenzaun erstreckt sich ein großer Garten, in dem sich weiße und beigefarbene Knäuel tummeln. Sie tollen im

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