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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 12/2013
Fernweh trifft Wirklichkeit
Wie fair kann Tourismus sein?
Der Inhalt:

Hoffnung, Kampf, Widerstand

von Thomas Seiterich vom 28.06.2013
Der neue Film über Bischof Kräutler lädt ein zur Aktion

Glaube, Liebe, Hoffnung – die Trias der drei Dimensionen des Christseins lässt sich zurzeit im Bistum Altamira im brasilianischen Amazonasgebiet übersetzen mit den Begriffen »Hoffnung, Kampf, Widerstand«. Bischof Erwin Kräutler begleitet treu die Menschen seines Bistums – Indios, Fischer und Flussbauern – in ihrem gewaltfreien Kampf gegen eine riesige Übermacht. Denn am Rio Xingú soll das größte Wasserkraftwerk Südamerikas entstehen. Mehr Erde wird dafür bewegt als einst beim Bau des Panamakanals. Ein Stausee von der Größe des Bodensees soll hinter dem Belo-Monte-Damm aufgestaut werden. Alle Menschen, die dort bisher lebten und arbeiteten, werden vertrieben.

In Europa sind es Konzerne wie die Siemens AG, der Turbinenbauer Voith AG im schwäbischen Heidenheim, der österreichische Turbinenhersteller Andritz AG in Graz und der französische Multi Alstom, die neben dem Lkw-Lieferanten Daimler Benz für das Zerstörungswerk arbeiten. Sie verdienen daran Milliarden, denn Brasiliens Regierung unter der ehemaligen Linken Dilma Rousseff gibt alles – Polizei, Militärpolizei, schnelle Eingreiftruppe –, damit der Prestigedamm rasch fertig wird. Der Strom aus Belo Monte dient der Großindustrie. Sie an der Atlantikküste das Bauxit aus Amazonien zu Aluminium verarbeiten. Die Mächtigen in der boomenden Schwellennation Brasilien träumen von der Weltmarktführerschaft bei Alu.

Dom Erwin Kräutler hält dagegen. Wer einen guten Hirten von heute sehen möchte, schaue auf diesen Bischof: Er wird mit dem Tode bedroht, kann sich deshalb nur mit Leibwächtern bewegen. Für sein Engagement wurde Kräutler mit dem Alternativen Nobelpreis geehrt. Die Auszeichnung kräftigt den Widerstand vor Ort. Mehrfach besetzten Indígenas vom Stamm der Juruna die Baustelle. Sie krümmen den 800 Bauarbeitern kein Haar, kapern jedoch deren Busse. Darin hängen sie die Hängematten auf, harren aus. Der Bischof ist bei seinen Leuten.

In der fränkischen Benediktinerabtei Münsterschwarzach wirbt er als Prediger und im Gespräch mit Gottesdienstbesuchern für Solidarität mit dem gewaltfreien Widerstand am Rio Xingú.

Der Frankfurter Filmemacher Martin Kessler begleitet Kräutler und die Flussverteidiger seit Jahren. Im Juni stell

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