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Beteiligte öffneten ihre Privatarchive

von Hans-Hermann Hücking vom 23.06.2000
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Hans Michael Kloth
Vom »Zettelfalten« zum freien Wählen
Die Demokratisierung der DDR 1989/90 und die »Wahlfrage«. Ch. Links. 752 Seiten. 48,? DM

Erst im Januar 1990 gestand Egon Krenz offiziell ein, es habe in den vierzig Jahren zuvor niemals freie Wahlen, sondern nur ein »Zettelfalten« gegeben. Die vorliegende profunde zeithistorische Fallstudie untersucht den Weg der DDR von einem Pseudo-Mehrparteiensystem zu einer pluralistischen Konkurrenzdemokratie und versucht, die Demokratisierung der DDR als Geschichte der Durchsetzung freier Wahlen zu rekonstruieren. Schwerpunkte der Darstellung sind die in der DDR systematisch gefälschten und manipulierten Kommunalwahlen vom Mai 1989, der zentrale »Runde Tisch« in Berlin ab Dezember 1989, dessen Strukturen und Wortprotokolle hier erstmals detailliert ausgewertet werden, und seine Beschlüsse für die ersten freien Wahlen zur Volkskammer im März 1990. Viele Akteure des friedlichen Systemwechsels fanden sich zu Interviews bereit und stellten ihre Privatarchive zur Verfügung. Allerdings hinterlässt die Lektüre dieser mehr als 700 Seiten den Eindruck, als ob der Autor, derzeit Redakteur beim »Spiegel«, sich offensichtlich nicht entscheiden konnte zwischen einer sozialwissenschaftlichen Promotionsarbeit und einer publizistisch lesefreundlichen sowie strikt auf die Umbruchsphase bezogenen empirischen Studie.