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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 11/2019
Auf der Kippe
Welche Zukunft hat die evangelische Kirche?
Der Inhalt:

»Diese jungen Leute machen mir Mut«

Seit dreißig Jahren setzt sich Marga Flader für Bildung in Afghanistan ein. Land und Leute lassen sie nicht los

Im April bin ich von meiner 31. Projektreise nach Afghanistan zurückgekommen. In Mazar-e-Sharif und in den dortigen Bergen habe ich 13 Schulen besucht, die unser Verein unterstützt. Leider war es unmöglich weiterzureisen nach Andkhoi, zum afghanischen Sitz unseres Vereins, wo wir seit 1989 ein Ausbildungszentrum und zwei Frauenzentren betreiben. Es war zu unsicher: Die Taliban haben dort wieder an Einfluss gewonnen. Deshalb machten sich unsere Mitarbeiter auf den Weg zu uns nach Mazar-e-Sharif.

Die Menschen in Afghanistan liegen mir am Herzen – ich spüre da eine große Verantwortung. Gerade planen wir eine neue Schule und ein Frauenzentrum. Wir betreiben schon jetzt zwei Frauenzentren, in denen Frauen nicht nur Nähen und Sticken lernen, sondern auch Lesen, Schreiben und Rechnen. Im Ausbildungszentrum bereiten sich Jugendliche ab Klasse sieben auf ein Studium vor. Sie zu besuchen ist immer ein Highlight. Die Mädchen sagen mir oft, wie froh sie sind, dass wir kommen und mit ihnen reden. Ein wenig Vorbild sind wir schon. Wir fördern Frauen, damit sie auf Augenhöhe mit den Männern zusammenarbeiten. Und für mich ist es berührend zu sehen, wie engagiert die Jugendlichen sind, wie sie Kulturveranstaltungen machen und sich für den Umweltschutz einsetzen. Es gibt eine Gruppe im Zentrum, die jede Woche auf den Bazar geht und die Menschen dort überzeugt, anstatt Plastik- lieber Stoffbeutel zu verwenden. Diese jungen Leute machen mir Mut.

Seit 1989 arbeite ich ehrenamtlich für den Verein Afghanistan Schulen. Er hat sechzig Schulen im Land gebaut. Darin werden etwa 70 000 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. Gerade auf dem Land fehlt es an Schulen. Der Unterricht findet oft im F