Museum oder Moschee?
In der Türkei hat sich der Streit um eine mögliche Nutzung der Hagia Sophia als Moschee verschärft. Islamistische und nationalistische Gruppen und Politiker fordern eine Umwandlung der als Museum genutzten früheren Kirche in eine Moschee. Jüngst hatte die islamistische Organisation Anadolu Genclik Dernegi ihre Anhänger aufgerufen, sich zum Gebet in der Hagia Sophia zu versammeln. Türkische Intellektuelle haben dagegen eine Unterschriftenaktion für den Erhalt des historischen Gebäudes als Museum gestartet. Einer der Organisatoren warf den Befürworten einer religiös-islamischen Nutzung vor, so zu tun, als habe die Geschichte Istanbuls mit der osmanischen Eroberung im Jahr 1453 begonnen. Die tausend Jahre als Hauptstadt des Byzantinischen Reiches würden dagegen außer Acht gelassen. Patriarch Bartholomäus I. von Konstantinopel, Ehrenoberhaupt der Weltorthodoxie, sprach sich für den Erhalt der Hagia Sophia als Museum aus. Wenn überhaupt eine religiöse Nutzung anstehe, dann als Kirche, sagte der Patriarch. Denn als solche sei sie errichtet worden.
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