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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 11/2013
Götzen, Geld und die Gerechtigkeit
Was Christen heute herausfordert
Der Inhalt:

Götzen, Geld und die Gerechtigkeit

vom 14.06.2013
»Gegen die sanfte Verblödung«: Ein Gespräch über Herausforderungen und Aufgaben, vor denen Christinnen und Christen heute stehen – und über »die Kraft, die Hoffnung gibt«

»Hoffnung und Widerstand« lautete das Motto der Konziliaren Versammlung ökumenischer Basisinitiativen, zu der im Oktober vergangenen Jahres über 500 Menschen nach Frankfurt am Main gekommen waren. Dieses Motto ist auch der Titel eines neuen Publik-Forum-Buches, in dem die zentralen Vorträge dieser Versammlung dokumentiert sind, darunter die Abschiedsrede des Konzilstheologen Hans Küng (siehe Anzeige auf Seite 33). Das Buch wird abgeschlossen durch ein längeres Gespräch mit dem Religionspädagogen Norbert Mette, der politischen Theologin Katja Strobel und dem Initiator der Kirchenvolksbewegung »Wir sind Kirche«, Christian Weisner, über Herausforderungen und Aufgaben, vor denen Christinnen und Christen heute stehen. Nachfolgend Auszüge aus dem Gespräch, das von Hartmut Meesmann und Thomas Seiterich geführt wurde.

Vor welchen besonderen Herausforderungen stehen die Christen heute in Europa?

Norbert Mette: Ich sehe zwei große Herausforderungen. Wir erleben zum einen, dass sich die Vorherrschaft der Ökonomie in allen Bereichen der Gesellschaft durchsetzt. Das zeigt sich in einer expansiven Globalisierung, die unter ökonomischen Vorzeichen vorangetrieben wird. Im Namen des geforderten Wachstums werden Menschen und Natur ausgebeutet, werden gewachsene Lebenswelten und Kulturen zerstört. Die Arbeitslosigkeit wächst – bis hin zum Ausschluss von Menschen, die schlicht und einfach als überflüssig angesehen werden. Es macht sich weltweit ein brutaler Sozialdarwinismus breit. Diese Ökonomisierung schlägt bis in die Kirchen durch. Die Kirchen als Arbeitgeberinnen lassen sich zunehmend ebenfalls von neoliberalen Prinzipien leiten.

Die zweite Herausforderung liegt in Verhaltensweisen und Einstellungen, die man nach Charles Taylor dem sogenannten säkularen Zeitalter zurechnen kann. Unter dem Druck der Globalisierung wird die Erosion der Religionen und damit auch des Christentums zunehmen. Die zunehmende Orientierungslosigkeit hat zur Folge, dass Gegenbewegungen aufkommen, vor allem ein Fundamentalismus, der sich fanatisch geriert und oft gewalttätig wird.

Das Christentum seinerseits hat es mit einer epochalen Zäsur zu tun, nämlich dem Ende des konstantinischen Zeitalters. Wenn wir die Konflikte in der römisch-katholischen Kirche verstehen wollen, müssen wir sehen, dass hier zwei verschiedene Denkrichtungen aufe

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