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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 11/2013
Götzen, Geld und die Gerechtigkeit
Was Christen heute herausfordert
Der Inhalt:

Glaube und Politik

vom 14.06.2013

Zu den Artikeln zum Evangelischen Kirchentag (9/13)

Sowohl der Titel »Suchbürger« als auch die Bezeichnung »Lebensstil-Motto« lassen den Eindruck gewinnen, dass für Herrn Seiterich die individuelle Suche gegenüber »klaren politischen Aussagen« etwas Sekundäres darstellt – zumindest als Kirchentagsthema. Dem möchte ich gerade als eher kirchenferne Christin entschieden widersprechen. Es gibt kaum etwas Politischeres, als Menschen so zu stärken, gerade ganz persönlich, individuell und »spirituell«, dass sie überhaupt wieder Motivation und Energie haben, sich mit den inzwischen immer unüberschaubarer werdenden Kräften in der Gesellschaft auseinanderzusetzen. Wenn die evangelische Kirche an etwas krankt, dann genau an dieser Abwertung der individuellen (Such-)Dimension, die sie lieber herablassend der Esoterik überlassen möchte – und der Überbetonung sozialen Handelns im Außen ohne stabile innere Basis.

Reinhild Hohmann, Düsseldorf

Die Leitung der Lutherkirche hat ja Glück, dass es in dieser Kirche nicht üblich ist, das Alte Testament zu lesen. Denn das steht im Text: egal wie viel oder wenig jeder gesammelt hatte, im Becher hatten alle die gleiche Menge. Also: Nicht »So viel du brauchst«, sondern »So viel dir zusteht«. Diese Losung wäre zu brisant gewesen. Man stelle sich vor, auf allen Konten, angefangen bei den Kirchenoberen, erscheint am Monatsbeginn der Hartz-IV-Betrag. Denn das ist errechnet worden, mehr braucht der Mensch nicht. Ich habe nie gehört, dass es dagegen wirksame Proteste der Kirchenleitungen gegeben hätte. Und dann noch eine Bonhoeffer-Oper. Um sich nicht mit seiner Theologie beschäftigen zu müssen, stellt man ihn aufs Podest. Warum gab es keine Veranstaltungen zu seiner Theologie? Scheut man die Konsequenzen?

Adelheid Müller, Lübeck

Sehr gewinnend habe ich während des Kirchentages an den Extraveranstaltungen der Leserinitiative Publik teilgenommen. Dort erlebte ich unter anderem Klaus-Peter Jörns und Eugen Drewermann. Mit ihrer theologischen Kritik an Bibel, Bekenntnis und Kirche passten sie offenbar nicht zum offiziellen Programm. Bei früheren Kirchentagen fanden sie noch innerhalb eines Kirchentages Platz! Aber vielleicht übernimmt der Evangelische Kirchentag inzwischen ja Gepflogenheiten vom Katholikentag.

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