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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 10/2019
Die Kunst, den Kapitalismus zu verändern
Eine Annäherung in fünf Schritten
Der Inhalt:

»Ich kämpfe gegen den rechten Hass«

Judith Amler engagiert sich bei »Aufstehen gegen Rassismus«. Deshalb wird sie bedroht und beleidigt

Manchmal habe ich das Gefühl, dass die Luft für mich mancherorts dünner geworden ist. Meine Kontaktdaten wurden auf einer rechtsradikalen Plattform veröffentlicht, ich wurde bedroht und beleidigt, zusammen mit meinen Mitstreiterinnen und Mitstreitern.. Aber ich will mich nicht einschüchtern lassen. Wenn immer mehr Menschen Opfer rassistischer Hetze und rechter Gewalt werden, will ich nicht zuschauen.

Vor etwa vier Jahren, 2015, fiel mir auf, dass Rechte in die Öffentlichkeit treten und auf einmal weitaus mehr Wirkung entfalteten als früher Neonazis mit ihrer plumpen Agitation. Sie fingen an, unter vermeintlich gutbürgerlicher Maske, Menschen zu fischen und aufzuhetzen. Als Attac-Aktivistin begann ich, dagegen zu kämpfen, vor allem im Bündnis »Aufstehen gegen Rassismus«. Ihm gehören Organisationen von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes über den Zentralrat der Muslime bis zu Gewerkschaften an. Gegründet wurde es nach den erschreckend hohen Wahlergebnissen der AfD im Jahr 2016. Ich vertete im Bündnis attac auf Bundesebene.

Es geht uns darum, die »rote Linie« neu zu ziehen: Denn radikal rechte Kräfte wie die AfD versuchen, die Grenzen des Sagbaren aufzuweichen und einen menschenfeindlichen Diskurs zu etablieren. Dem wirken wir entgegen.

In unseren Workshops im Rahmen der »Stammtischkämpfer*innen«-Ausbildung möchte ich viele Menschen ermutigen und befähigen, sich rassistischen Parolen und rechter Hetze entgegenzustellen.

Ich lebe im Voralpenland, »do bin i dahoam«, wie man bei uns sagt. Wenn ich frühmorgens am Bahnhof stehe, schaue ich gern zu den Bergen.