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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 10/2014
Klaus Mertes: Was sich in der katholischen Kirche ändern muss
Der Inhalt:

Buch des Monats: Modern und doch entspannt

von Norbert Copray vom 23.05.2014
Spirituelle Perspektiven für ein gutes Leben in Würde

Sylvia Wetzel
Achtsamkeit und Mitgefühl
Mut zur Muße statt Hektik und Burnout. Mit einem Vorwort von Luise Reddemann.
Klett-Cotta. 210 Seiten. 24,95 €

»Obwohl die Betonung des Ostens – von nichtpersönlicher Bewusstheit und direkter Realisierung der Wahrheit – und die des Westens – von individueller Psychologie und begrifflichem Verstehen – sich zu widersprechen scheinen, können wir sie auch als komplementär wertschätzen. Beide sind nämlich für eine volle Realisierung des Potenzials, das zur menschlichen Existenz gehört, essenziell«. Das schreibt Luise Reddemann, Nervenärztin und Psychoanalytikerin sowie Begründerin der weltweit anerkannten Psychodynamisch-Imaginativen Trauma-Therapie, im Vorwort zu diesem Buch. Trefflicher können es Titel und Untertitel des Buches von Sylvia Wetzel nicht ausdrücken: »Achtsamkeit und Mitgefühl – Mut zur Muße statt Hektik und Burnout«. Darin erweitert die Autorin mit einem »explizit buddhistischen Ansatz« die Selbstsorge des Menschen und die therapeutische Kultur um eine Erschöpfungsprävention und um Wege zu einem guten Leben.

Sylvia Wetzel ist eine buddhistische Feministin, die seit Jahrzehnten Meditationskurse und Vorträge hält. Reddemann und Wetzel sind sich seit mehr als zwanzig Jahren freundschaftlich verbunden und haben schon so manches Seminar gemeinsam durchgeführt. Wetzel ist auch Autorin im Weisheitsletter von Publik-Forum. Sie wählt im Buch unterschiedliche Zugänge, verbindet verschiedene Einsichten und Perspektiven miteinander und regt so dazu an, »mit den Herausforderungen unseres modernen Lebens konstruktiv umzugehen«. Dazu brauche es »einen entspannten Körper und Geist oder, in anderen Worten, Muße«. Daran fehle es oft.

Wetzel analysiert die Erfahrung von Erschöpfung und übertriebener Leistungsbereitschaft. Dafür nutzt sie biologische, psychologische, politische, ökonomische und philosophische Erklärungsansätze. Schmerz und Leid werden mit buddhistischer Weisheit betrachtet, um mit ihnen besser umgehen zu lernen. Für Wege zu einem guten Leben stellt sie Ressourcen vor wie Achtsamkeit, Mitgefühl, Resilienz (Widerstandskraft) und Muße. Entspannung und Muße deutet sie nicht einfach als »Wohlfühl-Programm«, sondern als »entscheidende Voraussetzung für ein Leben in Würde«. Hannah Arendt – Wetzel ist von Hause aus Politikwissenschaftlerin – und

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