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»Compassion: Sieh hin und du weißt!«

von Johann Baptist Metz vom 26.05.2006
Das Leiden in der Welt wird durch die christliche Erlösungslehre allzu leicht relativiert. Jesus steht für die biblische Vision von der Gottesgerechtigkeit
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Die biblischen Traditionen der Gottesrede und die Jesusgeschichten kennen eine unverzichtbare Gestalt der globalen Verantwortung. Dabei ist freilich der Universalismus dieser Verantwortung nicht primär orientiert am Universalismus der Sünde der Menschen, sondern am Universalismus des Leidens in der Welt. Jesu erster Blick galt nicht der Sünde der Anderen, sondern dem Leid der Anderen. Die Sünde war ihm nicht zuletzt Verweigerung der Teilnahme am Leid der Anderen, war ihm Weigerung, über den dunklen Horizont der eigenen Leidensgeschichte hinauszudenken, war ihm, wie das Augustinus genannt hat, »Selbstverkrümmung des Herzens«, Auslieferung an den heimlichen Narzissmus der Kreatur. Und so begann das Christentum als eine Erinnerungs- und Erzählgemeinschaft in der Nachfolge Jesu, dessen erster Blick dem fremden Leid galt.

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