Editorial
Liebe Leserin, lieber Leser,
meine Eltern hatten ein Auto ohne Autoradio. Und so sangen wir auf Reisen, bis wir heiser waren: von Stürmen und brausenden Wogen oder das Lob des Frühtaus. Manchmal aber holte mein Vater tief Luft, wurde feierlich und begann: »Am Grunde der Moldau, da wandern die Steine …« Bertolt Brecht, vertont von Hanns Eisler, ganz schön gewagt für einen frommen Katholiken. »Es wechseln die Zeiten. Die riesigen Pläne/Der Mächtigen kommen am Ende zum Halt./Und gehn sie einher auch wie blutige Hähne/Es wechseln die Zeiten, da hilft kein Gewalt.«
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Matthias Drobinskiist Reporter bei Publik-Forum.
