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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 9/2019
Ach, Europa
Vielfältig, widersprüchlich, wunderbar – die EU vor der Wahl
Der Inhalt:

Kontinent der Aufbrüche

von Simone Schlindwein vom 10.05.2019
In Afrika boomt die Start-up-Szene: Drei junge Menschen in Uganda wollen mit ihren Erfindungen den Alltag revolutionieren

Noch immer bestimmen Hunger, Armut und Kriege die Schlagzeilen, wenn in hiesigen Medien über Afrika berichtet wird. Dabei ist der Kontinent trotz aller Probleme zu einem Chancenkontinent geworden. Sinnbild dafür ist Kenias »Silicon Savannah«, wo junge Tüftler an Mobilfunk-Apps arbeiten, die das Leben der Menschen erleichtern. Höchste Zeit also, das Afrikabild zurechtzurücken!

Die Gründerszene boomt vor allem in Südafrika, Nigeria und Kenia. Das liegt auch an der demografischen Entwicklung: Afrika bräuchte bis 2035 jedes Jahr zwanzig Millionen Arbeitsplätze, um all die Berufsanfänger unterzubringen. Weil junge Menschen also kaum Chancen haben, einen Arbeitsplatz zu finden, schaffen die Findigen ihn einfach selbst – und gründen ein Unternehmen. So wie Brian Gitta in Uganda: Ein Laptop, ein Kabel, ein kleines, schwarzes Gerät mit einer Spule und eine gute Portion Innovationsgeist – mehr brauchte der 24-Jährige nicht, um seinen Malaria-Tester zu entwickeln. Demonstrativ steckt er seinen Zeigefinger in die Spule. »Normalerweise benötigt man für einen Malaria-Test eine Blutprobe«, erklärt der IT-Student. »Mit unserer App ist es nicht notwendig, Blut abzunehmen.«

Der junge Ugander ist aufgeregt, als er seine Erfindung der Öffentlichkeit präsentiert. Gitta steht im Innenhof des Geländes des Resilient Africa Networks (RAN) in Ugandas Hauptstadt Kampala. Das RAN ist eine Nichtregierungsorganisation, die Jungunternehmer dabei unterstützt, Firmen zu gründen. Jährlich vergibt sie an Ugandas Studenten und Doktoranden Stipendien mit einem Startkapital von 5000 US-Dollar, um ihre kreativen und innovativen Ideen zu verwirklichen und Patente anzumelden. Einmal im Jahr veranstaltet sie eine Mini-Expo. Diesmal ist Brian Gitta dabei.

Er testet noch einmal sein Gerät: Es funktioniert mit Licht und Magnetismus. »Wir haben bei unseren Untersuchungen festgestellt, dass das Blutplasma bei Malariapatienten sich verändert«, erklärt er. Es produziere dann Zellen, die magnetisch aufgeladen seien. Mithilfe eines Magnetfeldes könne nun also gemessen werden, ob der Patient die gefährlichen Parasiten in sich trage. In tropischen Ländern wie Uganda ist Malaria eine der häufigsten Todesursachen, vor allem bei Kindern.

Doch in vielen Gesundheitsstationen auf dem Land sind die Hygienebedingungen miserabel. In dem Land, das eine der höchsten HIV-Rate

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