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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 9/2015
Das Verschwinden der Freiheit
Der Sozialpsychologe Harald Welzer über die Bedrohung durch Google ...
Der Inhalt:

Aufgefallen: Jonnys Schwester

Tina K. engagiert sich gegen Jugendgewalt. Jetzt hat sie ein Musical dazu auf die Bühne gebracht – in Erinnerung an ihren zu Tode geprügelten Bruder

Tina K. ist schwer zu erreichen. Nachdem in Berlin ein Musical gegen Jugendgewalt aufgeführt wurde, hat sich die Aktivistin zurückgezogen. Sie schweigt, dabei dürfte die Show »I am Jonny« ein großer Erfolg für Tina K. sein. Das Musical lief auf großer Bühne, im Theater am Potsdamer Platz. Politprominenz kam, und die Medien berichteten noch einmal über das Schicksal von Jonny K., ihrem jüngeren Bruder, der 2012 aufgrund seiner Zivilcourage zu Tode geprügelt wurde.

Tina und Jonny K. wuchsen als Kinder eines deutschen Vaters und einer thailändischen Mutter auf. Das Musical beschreibt die Geschichte von Jonnys Kindheit bis zu seinem frühen Tod. Einige seiner Freunde wirken als Tänzer mit, und die acht Jahre ältere Schwester – sie ist heute dreißig – erzählt in einem Video von ihrem Bruder. Er mochte Hip-Hop, besuchte die Fachoberschule. Am Abend des 13. Oktober 2012 ging er zu einer Geburtstagsfeier. Auf dem Heimweg kam er einem Freund zu Hilfe, der in der Nähe des Berliner Alexanderplatzes von sechs Männern angegriffen wurde. Doch auch er fiel der Gewalt zum Opfer: Jonny K. starb im Krankenhaus an den Folgen der Prügelattacke.

Nach der Tat flammte die Diskussion über Jugendgewalt wieder einmal auf. Alle Täter haben Migrationshintergrund – welche Rolle spielt das? Wenn Menschen, die in Auseinandersetzungen mutig eingreifen, selbst zu Tode kommen – wie im Herbst 2014 auch die Studentin Tugce –, wie viel Mut kann der Einzelne dann noch aufbringen?

Tina K. wünscht sich, dass die Welt ihren Bruder in Erinnerung behält und weiter über Wege zu einem friedlichen Miteinander nachdenkt. Für dieses Ziel engagiert sich die dunkelhaarige junge Frau, die eine Werbeag