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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 9/2015
Das Verschwinden der Freiheit
Der Sozialpsychologe Harald Welzer über die Bedrohung durch Google ...
Der Inhalt:

Algerien: Streit um Fracking

Im größten Land Afrikas demonstrieren Bewohner der südalgerischen Wüstenstadt In Salah seit Monaten gegen Fracking-Projekte. Sie sind vor allem um ihr knappstes Gut besorgt: das Grundwasser. Die taz berichtete, mit dem Wasser, das in eine einzige Bohrung gepumpt wird, könnten 500 Menschen ein Jahr lang versorgt werden.

Gutachten über die Folgen von Fracking in dieser Region gibt es nicht. Bewohner der umliegenden Oasen und Orte schlagen daher Alarm. »Wir sind keine Versuchskaninchen«, empört sich Fatiha Touni, eine Sprecherin der Protestbewegung.

Der algerische Ministerrat hatte die Förderung von Schiefergas durch Fracking genehmigt, ohne das Parlament zu konsultieren, Experten anzuhören oder die Öffentlichkeit zu informieren. Und europäische Firmen reiben sich die Hände: Denn die staatliche Öl- und Gasgesellschaft Sonatrach hat nicht nur Lizenzen an die US-Firma Halliburton, sondern auch an die französische Total vergeben. Während Fracking aufgrund der unabsehbaren Folgen in Frankreich verboten ist, weicht Total nun einfach auf anderes Territorium aus.

Dabei gab selbst die mit den Bohrungen beauftragte amerikanische Firma Schlumberger zu: Die Grundwasserschicht, die von Algerien bis nach Tunesien und Libyen reicht, könnte durch die hochgiftigen chemischen Stoffe verseucht werden.

Viele friedlich demonstrierende Algerier wurden in den vergangenen Wochen verhaftet; auch gegen Frauen und Kinder setzte die Gendarmerie Tränengas ein. Die Demonstranten fordern ein Moratorium für das Projekt, bis unabhängige Unter