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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 9/2013
Die Suchbürger
Evangelischer Kirchentag: Offen, freundlich, unentschieden
Der Inhalt:

Vom Ende der Unschuld

von Paul Crone vom 17.05.2013
Begeisterte Besucher: Oper erinnert an das Anliegen des evangelischen Widerstandskämpfers Dietrich Bonhoeffer

Neuland erfolgreich betreten: Bei der Uraufführung der eigens für den Kirchentag in Auftrag gegebenen Oper »Vom Ende der Unschuld« waren die Zuschauer begeistert. Das Werk widmet sich Motiven aus dem Leben des NS-Widerständlers Dietrich Bonhoeffer.

Am Ende standen sie alle: Mit stehenden Ovationen bedachten die 850 Zuschauer am Donnerstagabend die Darsteller und Musiker der Kirchentagsoper »Vom Ende der Unschuld«. Bei der Uraufführung der Oper im Hamburger Kulturzentrum Kampnagel wurde dabei in einer Parabel das Denken und Wirken des Theologen und NS-Widerständlers Dietrich Bonhoeffer (1906-1945) illustriert.

Die Oper ist nur entfernt mit der Person Bonhoeffers verknüpft, wurde bewusst allgemeiner gehalten: Auf dem Gutshof von Angathe läuft die Ernte schlecht, die Bewohner sind verzweifelt. Als Retter bietet sich der Verwandte Drako an, er will mit einem Staudamm helfen. Schnell verfallen die Bewohner des Guts dem vermeintlichen Heilsbringer und ignorieren die Warnungen von Protagonist Heman. Der warnt vor den Konsequenzen des Unterfangens, weil durch den Damm die umliegenden Höfe von der Wasserversorgung abgeschnitten werden. Doch Hemans Warnungen werden nicht erhört, und selbst seine eigene Schwester Germa verfällt Drako und heiratet ihn schließlich. Das Projekt Staudamm wird über den Einzelnen gestellt, und alle, die zweifeln, werden von der zunehmend militarisierten und verrohten Gemeinschaft unter der Führung Drakos gelyncht.

Als sich Heman trotz seines christlichen Glaubens dazu entschließt, den Tyrannen zu ermorden, das Attentat aber fehlschlägt, kommt es zur Katastrophe. Im Angesicht des nahenden Untergangs, weil der Staudamm von Dörflern aus der Umgebung gesprengt wurde, richtet Drako zuerst seinen Attentäter Heman und danach sich selbst, bevor der Gutshof in einer Überschwemmung ohne Überlebende untergeht.

Schon während der Vorbereitungen formulierten die Librettisten der Bonhoeffer-Oper, Theresita Colloredo und David Gravenhorst, dass diese auch von Besuchern verstanden werden müsse, die nichts über Bonhoeffer wüssten.

Auch die Musik, die der erst 27-jährige Komponist Stephan Peiffer beisteuerte, zielt auf eine ganz bestimmte Wirkung: Er will laut eigener Aussage die verführerische Wirkung von Musik herausstellen, wie sie auch die Nationalsozialisten nutzten. Dafür bedien

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