Tabu Ost
In dem Buch »Eisenkinder« beschreibt die Journalistin Sabine Rennefanz ihre Jugend Anfang der 1990er Jahre im ostdeutschen Eisenhüttenstadt. Exemplarisch schildert sie »die stille Wut der Wendegeneration«, die während der Pubertät zwischen zwei Ländern und zwei politischen Systemen die Orientierung verlor. Zur Alterskohorte von Rennefanz gehört das Mördertrio vom Nationalsozialistischen Untergrund (NSU): Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe. Auch die vier NSU-Unterstützer, die jetzt neben Zschäpe in München vor Gericht stehen, stammen aus den neuen Bundesländern. Alles Zufall?
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Der NSU-Prozess
Anfang Mai begann der sogenannte NSU-Prozess vor dem Oberlandesgericht in München. Hauptangeklagte ist Beate Zschäpe aus Thüringen. Der 38-Jährigen wird vorgeworfen, zwischen 2000 und 2007 an zehn Morden der rechtsextremen Terrorgruppe
Nationalsozialistischer Untergrund
(NSU) beteiligt gewesen zu sein. Als Täter identifiziert sind ihre beiden langjährigen Gefährten, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt, die 2011 gemeinschaftlichen Selbstmord begingen. Das Verfahren gilt als einer der bedeutendsten Strafprozesse in der Geschichte der Bundesrepublik.
