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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 9/2012
Wer war Jesus?
Die neuen Einsichten der Bibelforscher
Der Inhalt:

»Stoppt den Handel mit Waffen«

Eine Kampagne soll verhindern, dass von Deutschland weiter Krieg ausgeht. Fragen an ihre Schirmherrin Margot Käßmann

Frau Käßmann, die deutschen Exporte von Kriegswaffen sind stark gestiegen. Sie sind Schirmherrin der »Aktion Aufschrei«, die das nicht hinnehmen will. Warum?

Margot Käßmann: Ich möchte, dass Menschen hierzulande wahrnehmen, dass Deutschland der drittgrößte Waffenexporteur weltweit ist. Zudem hoffe ich, dass solche Kampagnen ein Umdenken befördern. Es geht doch um die Frage: Worin investieren wir eigentlich, als Gesellschaft, als Firma, als Arbeitnehmende und Arbeitgebende?

Was ist für Sie bei dieser Kampagne besonders wichtig?

Käßmann: Dass auch Kleinwaffen in den Blick kommen. Ich denke da auch an meine Begegnungen in Afrika. Da wurde immer wieder deutlich, was der Export von Kleinwaffen im Alltag der Menschen bedeutet.

Woran denken Sie?

Käßmann: Beispielsweise an Liberia. Die furchtbare Situation, dass Jungen im Alter von 18 Jahren und jünger Menschen massakrieren, erschießen, auf entsetzliche Weise Macht ausüben, nur weil sie im Besitz von Kleinwaffen sind. Das zerstört das Leben von vielen Städten und Dörfern. Wir diskutieren im Moment ja viel über die Atomwaffen. Das eine darf nicht gegen das andere ausgespielt werden. Aber das Bedrohungspotenzial von Kleinwaffen ist hierzulande viel zu wenig im Blick.

Die Konzerne verdienen viel Geld mit den Waffen. Ist es nicht eine Illusion zu glauben, man könne da mit einer Kampagne von hundert Friedensgruppen etwas bewegen?

Käßmann: Wohin kommen wir denn, wenn sich jeder zurücklehnt und sagt, die Welt ist schlecht? Ein Samenkorn, und sei es noch so klein, ka