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Modernes Sklaventum

Wenn Mädchen und Frauen sich einer Zwangsheirat verweigern: Berliner Organisation »Papatya« verhandelt mit den Eltern
von Vera Rüttimann vom 12.05.2006
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Melek spricht nicht gerne über ihre Erlebnisse. Ständig schaut sie sich um. Sie fürchtet sich. Die junge Türkin hat Angst, dass ihr Vater sie findet und zurück nach Hause bringt. Meleks Geschichte ist typisch: Vor über 20 Jahren sind ihre Eltern aus Anatolien als Gastarbeiter nach Berlin gekommen. Melek ist hier geboren, hat viele deutsche Freundinnen in der Stadt. Den Eltern wurde die eigene Tochter immer fremder. Als sie registrierten, dass die 16-Jährige sich zu schminken begann und es wagte das Kopftuch abzulegen, zwangen sie Melek zur Heirat mit einem Cousin in der Türkei. Bevor es dazu kam, flüchtete Melek von zu Hause. Sie hatte genug von einem Alltag, der durch Auflagen und Verbote reglementiert war. Aus Furcht, von ihren Angehörigen verfolgt zu werden, wandte sie sich an Papatya, eine anonyme Kriseneinrichtung für Mädchen und junge Frauen, die wie Melek von ihren Familien fliehen müssen.

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