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Die Winterreisenden

Stefan Weiller hörte auf den Rat einer Sterbenden: Er kündigte den Job als Pressesprecher – und schafft als Künstler eine große Bühne für Obdachlose, Gewaltopfer und unglücklich Liebende
von Melanie Gärtner vom 25.04.2014
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Schwer, unendlich schwer klingt die Melodie aus. Kurze Atempause. Dann setzt ein Sprecher an. Leise, bedacht, bedrückend erzählt er von Martin, der mit 46 Jahren aus seinem bürgerlichen Leben fiel: Ehe futsch, Job futsch, Wohnung futsch, seit zwei Jahren auf der Straße. Der Pianist schmettert in die Tasten, der Sänger beginnt sein klagendes Lied: In Franz Schuberts Liederzyklus Winterreise irrt der Held genauso heimatlos und einsam durch die Kälte wie viele Menschen in Deutschland, die kein Dach über dem Kopf haben. Obdachlose.

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