Die Winterreisenden
Schwer, unendlich schwer klingt die Melodie aus. Kurze Atempause. Dann setzt ein Sprecher an. Leise, bedacht, bedrückend erzählt er von Martin, der mit 46 Jahren aus seinem bürgerlichen Leben fiel: Ehe futsch, Job futsch, Wohnung futsch, seit zwei Jahren auf der Straße. Der Pianist schmettert in die Tasten, der Sänger beginnt sein klagendes Lied: In Franz Schuberts Liederzyklus Winterreise irrt der Held genauso heimatlos und einsam durch die Kälte wie viele Menschen in Deutschland, die kein Dach über dem Kopf haben. Obdachlose.
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