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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 8/2010
Papstkirche am Abgrund
Ein Bischof sagt, was sich jetzt ändern muss
Der Inhalt:

Lieben mit Kopf und Verstand

von Norbert Copray vom 23.04.2010
Auf der Suche nach Beständigkeit in turbulenten Zeiten

Michael Cöllen Das Verzeihen in der Liebe Kreuz. 240 Seiten. 16,95 €

Sven Hillenkamp Das Ende der Liebe Klett-Cotta. 312 Seiten. 22,90 €

Hans Jellouschek Was die Liebe braucht Kreuz. 200 Seiten. 17,95 €

Richard David Precht Liebe Goldmann. 398 Seiten. 19,95 €

Arnold Retzer Lob der Vernunftehe S.Fischer. 298 Seiten. 18,95 €

Dirk Revenstorf Die geheimen Mechanismen der Liebe Klett-Cotta. 202 Seiten. 14,90 €

Eva Wunderer/Klaus A. Schneewind Liebe – ein Leben lang? dtv 24677. 238 Seiten. 14,90 €

Neue Nüchternheit in der Liebe kündigt sich an. Die Abkehr vom romantischen Liebesideal vollziehen vor allem zwei Autoren. Der eine, Arnold Retzer, ist Arzt, Psychologe und Paartherapeut. Er verkündet in seiner »Streitschrift für mehr Realismus in der Liebe« das »Lob der Vernunftehe«. Der andere, Sven Hillenkamp – Soziologe, Philosoph und nach Redakteurstätigkeiten freier Autor –, radikalisiert diese Sichtweise und schreibt vom »Ende der Liebe«. Hillenkamp sieht uns in einer Epoche »unendlicher Freiheit, unbegrenzter Möglichkeiten«. Wo die Freiheit derart unbegrenzt ist, ist auch die äußere Ordnung dahin: »Die Ordnung hat sich so gewandelt, dass es im Bewusstsein des Menschen jetzt ausschließlich auf sich selbst ankommt.« So gerät der Mensch in einen Kampf mit sich selbst, allein getrieben vom absoluten Verlangen, von Blockaden, Zweifeln und Zögern sowie von der unendlichen Suche nach dem stets Besseren. Die Menschen fügen sich nicht mehr in eine bestehende Ordnung ein, um ihr Leben als gelungen anzusehen, sondern sie müssen die Ordnung aus sich hervorbringen und sind damit nie zufrieden. So wird aus jeder Liebe, aus jeder Partnerschaft eine vorläufige.

Es sei denn, die Vernunft setzt ein, die Partnerschaft auf einsichtige psychologische Gründe zu bauen. Retzer sieht in romantischen Überforderungen des Liebesideals und in Illusionen über Partnerschaft die Gründe für das Scheitern. Dass der Andere zur Lebenserfüllung, zu Heimat, Paradies und Erfolgsfaktor werden soll, ist der Anfang allen Übels. Hintergründig sieht Retzer ähnliche Zusammenhänge wie Hille

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