Zur mobilen Webseite zurückkehren
Schriftgröße ändern:

Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 

Der sich häutende Gott

Die evolutionäre Weltsicht fordert dazu heraus, überkommene Dogmen aufzugeben und das Anliegen Jesu neu zu entdecken

Schon seit Langem ist mir klar, dass wir Christen heraussteigen müssen aus der Rumpelkammer des kirchlichen Dogmatismus. Wir müssen hineinfinden in den konkreten und mühseligen Weg der Evolution des Weltalls, zu dem die Naturforscher die Landkarte zeichneten.

Wir sind der gleiche Staub, aus dem das ganze Weltall sich entfaltete. Die Wissenschaft hat hinreichende Beweisgründe zu behaupten, dass die Struktur, die das Weltall durchwaltet, auf der Erde und in der organischen Welt in zeitlich langen Schleifen aus elementaren Urteilchen entstanden ist. Materie, Raum und Zeit wären demnach aus einer singulären Struktur gleichzeitig entstanden. Mit guten Gründen wird vom Urknall im Sinne einer gigantischen Explosion bei der Entstehung des Weltalls vor etwa zwölf Milliarden Jahren gesprochen. Eine Theorie, die die Physik seit Langem beschäftigt. Naturforscher stellen zudem fest, dass es in der Evolution ein großes Maß von Zufall, Versuch und Irrtum gibt. Das gilt auch für den Prozess der Evolution des Lebens auf der Erde und für einen nicht vorbestimmten Prozess der Entstehung des Menschen auf unserem Planeten.

Aus dem Fakt der verschlungenen Wege der Evolution, voll von Versuch und Irrtum, ergibt sich, dass wir uns von der Vorstellung eines »allmächtigen« und »planerisch wirkenden« Schöpfer-Gottes verabschieden müssen. Es gibt Theologen, die erkannt haben, dass der Theologie ein Zusammenbruch droht, falls sie die Evolutions-Perspektive nicht in ihre Konzeption einbaut. Sie bemühen sich daher, die Glaubenslehre der Kirche mit den Ergebnissen der Naturwissenschaft zu verbinden. Aus der Erkenntnis, dass schon eine kleine Abweichung innerhalb des Urstadiums des Universums zu einer weit geringer differenzierten Weltkonstellation geführt hätte, folgern sie, dass die Na