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Egoismus auf dem Vormarsch

von Dieter Hintermeier , Udo Rettberg vom 28.04.2006 Vorgelesen von einer künstlichen Stimme.
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Die Bilder gingen um die Welt. Das Berner Wankdorfstadion war Schauplatz eines für den deutschen Fußball einmaligen, ja epochalen Ereignisses. Deutschland errang unter seinem legendären Bundestrainer Sepp Herberger im Jahr 1954 die Fußball-Weltmeisterschaft. In Bern hatten nicht nur »elf Freunde« für eine der größten Überraschungen im Weltfußball überhaupt gesorgt. Es war auch die von den Akteuren um Fritz Walter, Toni Turek, Horst Eckel & Co. immer wieder nach außen vorgelebte Kameradschaft, die in Deutschland das »Wir-Gefühl« erzeugte. Doch von diesem Image des »Elf Freunde müsst ihr sein«, der Kameradschaft und dem Zusammengehörigkeitsgefühl ist der Fußball heute - von einigen Amateurbereichen abgesehen - so weit entfernt wie die Erde von den Rändern des Universums. Bemerkenswert daran ist, dass der Fußball keine von gesellschaftlichen Trends losgelöste Entwicklung erlebt, sondern sich im Spiel rund um das runde Leder lediglich das nachvollzogen hat, was unter sozialen Aspekten auch für das Leben in Deutschland zählt. Der Solidaritätsgedanke hat nicht nur im Fußball, sondern auch in anderen Teilen des öffentlichen Lebens gelitten. Wie im Fußball, so ist der Egoismus auch im öffentlichen Leben wieder auf dem Vormarsch.

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