Nach dem Exodus nun das Exil?
Das waren noch Zeiten: Als die Mitglieder der Frankfurter Basisgemeinde in der erregten gesellschaftlichen Debatte um die so genannte »Nachrüstung« mit Pershing-Raketen Ende der 70er Jahre protestierend und demonstrierend vor das Generalkonsulat der USA zogen und anschließend dann zur diplomatischen Vertretung des Kreml. Das war auch die Zeit, da sich die kritischen linken Christen der Basisgemeinde zum Beispiel am Karfreitag zum Kreuzweg im Frankfurter Westend versammelten: jenem berühmt-berüchtigten Viertel der Mainmetropole, das durch Spekulantentum und Hausbesetzungen bundesweit von sich reden gemacht hatte. Man wollte kein privatistisches Christentum leben, das sich um die gesellschaftlichen Vorgänge nicht kümmert. Fromm wollte man sein, aber auch politisch. Die Bibel lesen, aber auch die Zeitung. Man fühlte sich inspiriert von der lateinamerikanischen Befreiungstheologie und von der politischen Theologie. Südafrika, Nicaragua, Chile, El Salvador - das waren damals die Brennpunkte des Interesses. Und eine Kirche von unten wollte man leben, verkrustete Strukturen in der Kirche aufbrechen helfen. Es herrschte nachkonziliare Aufbruchstimmung, nicht nur in der Basisgemeinde.
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