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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 7/2020
Der Sinnlosigkeit widerstehen
Ostern in der Corona-Krise
Der Inhalt:

Studenten auf die Felder

von Ulrike Scheffer vom 10.04.2020
Wer jetzt in der Landwirtschaft gebraucht wird – und wer nicht

Bei Wir haben es satt! haben sie ihren Aktionsfokus geändert. Statt Bauern und Bürger für Demos gegen eine industrielle Landwirtschaft zu mobilisieren, hilft die Initiative nun, Erntehelfer auf die Äcker zu bringen. Obwohl osteuropäische Saisonarbeitskräfte jetzt doch einreisen dürfen, fehlen in diesem Jahr deutschen Landwirten Tausende Mitarbeiter. Denn viele zuhause werden zuhause bleiben. Die Bauern fürchten um die Spargel- und Erdbeerernten. Außerdem müssen sie in den kommenden Wochen auch Gemüsesetzlinge pflanzen und Möhrenfelder hacken.

Die Landwirte brauchen dringend Unterstützung. Und viele, die jetzt zu Hause sitzen, weil ihre gewohnten Aktivitäten ausfallen, möchten gerne helfen. Doch wie kommen sie zusammen? Die Initiative Wir haben es satt! hat auf ihrer Internetseite eine Übersicht über Vermittlungsportale veröffentlicht. Das größte heißt DasLand hilft.de. Es wird vom Bundeslandwirtschaftsministerium unterstützt und arbeitet mit einer interaktiven Landkarte, auf der Hilfsangebote und -anfragen für einzelne Regionen dargestellt werden. Denn: Angesichts der beengten Unterbringungsmöglichkeiten bei den Betrieben sollten Helfer möglichst zur Arbeit pendeln.

Auch Biobauernverbände haben Jobbörsen eingerichtet. Im Biolandbau werden zwar weniger Saisonarbeiter eingesetzt, weil es hier weniger spezialisierte Großbetriebe gibt, doch vielen Biobauern fehlen wegen der Corona-Krise ebenfalls Mitarbeiter. »Wenn wir jetzt nicht säen und die Felder bearbeiten können, drohen später große Ernteausfälle«, sagt Gerald Wehde von Bioland. Hilfsangebote machten aber nur Sinn, wenn jemand mehrere Monate zur Verfügung stehe oder mehrmals wiederkommen könne. Viele Tätigkeiten erforderten eine längere Einarbeitungszeit. Und: Nur, wer körperlich fit ist, kann wirklich eine Hilfe sein.

Die Bauern setzen vor allem auf Studenten wie Maximilian Dollinger. Der 24-Jährige aus Dresden hat gerade seine Examensarbeit in BWL abgegeben und wollte sich einen Job suchen. Jetzt hat er sich als Erntehelfer angeboten. »Anderswo könnte ich sicher mehr verdienen, aber ich habe das Gefühl, dass es für die Gesellschaft wichtig ist, hier zu unterstützen«, sagt er. Die harte körperliche Arbeit, teils von 7 bis 18 Uhr, schreckt ihn nicht. »Während eines Aufenthalts in Australien hab

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