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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 7/2017
Was heißt Auferstehung?
Ein Gespräch mit dem Schriftsteller Patrick Roth und der Theologin Margareta Gruber
Der Inhalt:

Strategien gegen Hunger

von Wolfgang Kessler vom 07.04.2017
Wie wirksam sind sie und welche Chancen haben sie?

In Politik und Hilfsorganisationen werden zahlreiche und vielfältige Wege aus der Hungerkrise diskutiert. Erfahrungen zeigen, dass der Teufel im Detail steckt. Sie zeigen aber auch, welche Faktoren über den Erfolg einer Maßnahme entscheiden:

? Nahrungsmittel-Hilfen

Als Nothilfe in Katastrophen sind sie unumstritten. Gestritten wird hingegen über die längerfristige Wirkung: Werden Nahrungsmittel aus dem Ausland geliefert, kann sich eine Abhängigkeit von diesen Geschenken entwickeln. Wenn reiche Staaten Lebensmittel von Landwirten aus dem Norden erwerben, um sie an die Hungernden zu geben, sind die Landwirte des Nordens die Hauptgewinner.

Besser macht es das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen: »Wir kaufen Nahrungsmittel in Tansania und dem Sudan ein, um sie an die Hungernden im Südsudan zu liefern«, sagt Chefökonom Arif Husain. Damit versorgt die UNO die Hungernden und stützt die Kleinbauern und Händler in der Umgebung. Das ist gut, wenn die Lebensmittelkäufe nicht die Preise in die Höhe treiben, sodass sich der Hunger noch ausweitet.

? Ein »Marshallplan für Afrika«

Entwicklungshilfeminister Gerd Müller will mehr Geld in Afrika investieren – in Staaten, »die reformbereit sind, gute Regierungsführung zeigen und Korruption bekämpfen«. Vor allem den deutschen Mittelstand will Müller nach Afrika locken, mit Risikobürgschaften und Steuererleichterungen. Sie sollen die lokalen Volkswirtschaften stärken, Arbeitsplätze schaffen und so dafür sorgen, dass Afrikaner nicht mehr nach Europa fliehen.

Die Ursachen der Hungerkatastrophen bekämpft dieser Plan nur, wenn die Produktivität der Kleinbauern gezielt verbessert wird. Den größten Nutzen haben afrikanische Länder, die bereits kleinindustriell entwickelt sind und nun Entwicklungssprünge brauchen. Eine wirkliche Hilfe bietet der Plan nur, wenn mehr Geld in Afrika bleibt als bei den Investoren aus dem Norden.

? Weniger Fleisch essen

Klar ist: Der rasch steigende Fleischkonsum weltweit ist eine wichtige Ursache für die ungleiche Verteilung von Nahrung

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