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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 7/2015
Und der Mensch schuf das Netz
Gott in der digitalen Revolution
Der Inhalt:

Buchbesprechungen

vom 10.04.2015

Xuewu Gu
Die Große Mauer in den Köpfen
Körber-Stiftung. 214 Seiten. 17 €

Voneinander im kulturellen Austausch lernen statt einander im wirtschaftlichen Wettlauf ausstechen – dafür wirbt der in Deutschland lehrende chinesische Politologe Xuewu Gu. Er konstatiert eine Mauer in den Köpfen der Menschen. Den Hauptgrund sieht er im Gegensatz zwischen dem westlichen Primat des Individuums und dem chinesischen Primat des Kollektivs. Der Autor schaut kritisch auf beide Systeme: Chinas wirtschaftliche Erfolge könnten durch mehr Rechtssicherheit und weniger Regierungswillkür nachhaltiger werden. Die westliche Vorstellung von Selbstverwirk lichung als Anspruchshaltung hingegen könne durch das konfuzianische Verständnis des Lebens eingedämmt werden. Gu schlägt in Rückgriff auf Aristoteles und Konfuzius eine Annäherung vor: »die goldene Mitte erreichen, ohne seine Grundsätze aufzugeben«. Doch auch in Gus Denken spiegelt sich trotz aller Bemühung ein teils unausgewogenes Gemisch der Kulturen. Marie-Luise Habbel

Helge Peukert
Das Moneyfest
Metropolis. 156 Seiten. 12,80 €

Nicht immer sind Professoren, die fulminante Vorträge halten, auch gute Buchautoren. Doch Helge Peukert, kritischer Ökonom und Staatswissenschaftler an der Universität Erfurt, schreibt so temperamentvoll, wie er spricht. Insofern ist sein Buch mit dem doppeldeutigen Titel »Das Moneyfest« wirklich ein Fest. In Windeseile räumt er mit den gängigen Phrasen zur gegenwärtigen Krisendebatte um den Euro auf: Nein, die Krise sei nicht beendet, weil kaum ein Problem gelöst worden sei. In der Tat sind die Großbanken immer noch »too big to fail«, ist ihr Eigenkapital immer noch lächerlich gering, und eine Finanztransaktionssteuer wurde auch noch nicht eingeführt. Und die Schulden von Irland oder Griechenland werden noch Jahrzehnte nicht zurückgezahlt. Helge Peukert bleibt bei seiner Analyse nicht stehen. Er präsentiert ein ganzes Arsenal von Strategien, wie die Risiken im Finanzsystem verringert werden können: von der Verkleinerung der Großbanken über höheres Eigenkapital, Parallelwährungen für Krisenländer bis hin zu einem Vollgeldsystem, in dem die Banken nur das Geld verleihen können, das sie an Ersparnissen eingenommen haben. Damit diese Forderungen auch wahrgenommen werden,

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