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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 7/2013
Tödliche Hetze
Sozialethiker Friedhelm Hengsbach: »Wir brauchen Zeitrebellen«
Der Inhalt:

Gut leben statt viel haben

von Epd vom 12.04.2013
Report Deutschland 2030: Ängste, aber auch viele Hoffnungen

Konflikte zwischen Arm und Reich können nach Ansicht des Zukunftsforschers Horst W. Opaschowski den sozialen Frieden in Deutschland gefährden. Ungelöste soziale Spannungen neigten zur Eskalation, heißt es im Zukunftsreport »Deutschland 2030«, den Opaschowski verantwortet.

In Zusammenarbeit mit dem Hamburger Ipsos-Institut wurden tausend Personen ab 14 Jahren in Deutschland befragt. Danach erwarte jeder zweite Bundesbürger (52 Prozent) in naher Zukunft »sehr starke Konflikte« zwischen Arm und Reich, wenn der Wohlstandsgraben weiter wachse. Armut, Arbeitslosigkeit und Ausgrenzung könnten dann »zur Explosion« führen, erklärte Opaschowski, der von 1979 bis 2010 wissenschaftlicher Leiter der Stiftung für Zukunftsfragen in Hamburg war.

Nach der Umfrage des Instituts konzentrieren sich die meisten Zukunftssorgen der Deutschen auf ökonomische und soziale Probleme, während ihnen Umweltbelastungen (34 Prozent) weniger Sorgen bereiteten. Die Zunahme von Kriminalität (47 Prozent) werde als bedrohlicher empfunden als die Folgen des Klimawandels (37 Prozent).

Dennoch müssten »ein geringerer Lebensstandard und eine höhere Lebensqualität« kein Widerspruch sein, fügte der als »Mr. Zukunft« bekannte Wissenschaftler Opaschowski hinzu: »Ein Leben im Gleichgewicht ›zwischen‹ Not und Überfluss trägt nachweislich zu mehr Zufriedenheit der Menschen bei. Und das kann auch heißen: Lieber gut leben als viel haben.« Für viele Menschen zeichne sich ein konsumärmeres, aber dafür beziehungsreicheres Leben ab. Eine der wichtigsten Ressourcen der Zukunft werde die Solidarität zwischen den Generationen sein.

Der Studie zufolge ist daher kein Generationenkonflikt wegen des demografischen Wandels zu erwarten. Laut Umfrage kann sich die überwiegende Mehrheit konfliktreiche Auseinandersetzungen zwischen Jung und Alt nicht vorstellen. Opaschowski: »Jung und Alt kooperieren mehr, als dass sie sich streiten. Beide brauchen einander. Und beide profitieren auch voneinander – durch Geld, Sachmittel oder persönliche Hilfen.« Die Generationenbeziehungen würden sich als »das« soziale Netz der Zukunft erweisen.

Opaschowski prophezeit, dass Freunde und Nachbarn als lebenslange Wegbegleiter und soziale Konvois zunehmend wichtiger werden. Für gut drei Viertel der Bevölkerung würden Freunde als eine

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