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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 7/2012
Russisch Roulette im Labor
Die falschen Versprechungen der grünen Gentechnik
Der Inhalt:

Begegnung mit dem Fremden

von Norbert Copray vom 04.05.2012
Plädoyer für eine Horizonterweiterung europäischer Theologie

Volker Küster Einführung in die Interkulturelle Theologie Vandenhoeck & Ruprecht/UTB 3465. 304 Seiten. 22,90 €

»Dieses Buch erscheint in ökumenisch dürftiger Zeit. Entgegen einem gesamtgesellschaftlichen Trend, der viel beschworenen Globalisierung, werden traditionelle westliche Kirchen und Theologie – selbst einst Vorreiter einer globalen Bewegung, der weltweiten Ausbreitung des Christentums und der ›großen Tradition‹ europäische Theologie – stets provinzieller.« So Volker Küster. Er lehrt an der Protestantischen Theologischen Universität Kampen (Niederlande) Interkulturelle Theologie und studierte in Heidelberg und Seoul.

Geprägt von den Erfahrungen mit der südkoreanischen Befreiungstheologie (minjung-Theologie) beobachtet Küster einen Eurozentrismus in der hiesigen Theologie. Im Gegensatz zum verbreiteten Abgesang auf Befreiungstheologien und kontextuelle Theologien geht der Autor davon aus, »dass Theologie sich in transformierenden Kontexten immer wieder neu erfinden muss«. Dem ist sein Buch verpflichtet und diese Verpflichtung wird auch sehr gut eingelöst.

Interkulturell meint »den Raum zwischen den Kulturen«, in dem sich die Kulturen begegnen. Dazu werden in dem Buch alle erforderlichen Begrifflichkeiten ausgeleuchtet und gut begründet verbunden. Wo von Interkultureller Theologie geredet werde, handele es sich oftmals um einen Etikettenschwindel: Der üblichen Missionswissenschaft werde lediglich ein neues Label verpasst. Zwar ist die Interkulturelle Theologie nicht losgelöst von der Missionswissenschaft entstanden, aber doch auch in deutlicher Absetzung von ihr. Sie änderte gravierend die Blickrichtung.

Heute gilt: Der kulturelle Kontext ist nicht mehr an ein Territorium gebunden. Identität und Zugehörigkeit sind zugleich vielgestaltig. Interkulturelle Theologie versteht sich als »ein offenes System, das Perspektiven entwickelt und Haltungen kreiert, um die Transformationsprozesse der globalen Erzähl- und Interpretationsgemeinschaft der Christenheit in ihren unterschiedlichen Dimensionen zu erfassen und darauf adäquat einzuspielen«. Zentral ist »die Begegnung mit dem Fremden«. Pate stehen für diese Perspektive auf evangelischer Seite etwa Walter Hollenweger und Richard Friedli, auf der katholischen Walbert Bühlmann und Johann Baptist Met

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