Deutsche Fähnchen hissen
»Wir sind kein Weltsozialamt.« So führte sich FDP-Entwicklungsminister Dirk Niebel ins Amt ein. Das hat er jetzt bald ein halbes Jahr inne, und erste Kontakte mit der Wirklichkeit, mit Armen und Geschundenen hatte Niebel auch schon: etwa im Ostkongo oder in Kambodscha. Dem liberalen Credo Niebels haben solche Begegnungen nichts angehabt: Nämlich dass – erstens – gute Entwicklungshilfe Hilfe zur Selbsthilfe sei. Und dass dabei – zweitens – die Interessen der deutschen Wirtschaft nicht vergessen werden sollten. Um Solidarität, Gerechtigkeit, gar christliche Nächstenliebe mögen sich andere kümmern, etwa die Kirchen. Während Niebels SPD-Vorgängerin Wieczorek-Zeul einst nach Namibia reiste, um für den von deutschen Kolonialtruppen begangenen Völkermord an den Hereros um Vergebung zu bitten, fuhr Niebel dorthin, um beim Richtfest eines deutsch-namibischen Zementwerks dabei zu sein.
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