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Der KZ-Arzt und der Pinochet-Effekt

Der Staat misst mit zweierlei Maß: Er erklärt NS-Täter für krank und verhandlungsunfähig - und traumatisierte Flüchtlinge für gesund
von Wigbert Tocha vom 07.04.2000 Vorgelesen von einer künstlichen Stimme.
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Zwei erschreckende Fälle, die manches gemeinsam haben. Da ist einmal eine dürre dpa-Meldung vom 12. März: Der SS-Arzt Hans Münch muss sich nicht mehr vor Gericht verantworten, heißt es da. Der heute 88-Jährige war ein Freund und Kollege des berüchtigten KZ-Arztes Josef Mengele, und in Auschwitz hat Münch grausamste Menschenversuche durchgeführt. Gegenüber Spiegel-Journalisten brüstete sich Dr. Münch noch im Jahr 1998 damit, er habe mit dem »Menschenmaterial« in Auschwitz Experimente durchführen können, »die sonst nur an Kaninchen möglich sind«. Dazu gehörte, Häftlinge mit Malaria-Erregern zu infizieren oder sie für Rheuma-Studien mit Eiter zu spritzen.

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