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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 6/2019
Wahrheit
Auf der Suche nach einem Ideal
Der Inhalt:

Leserbriefe

vom 22.03.2019

Macht und Missbrauch

Zu: »Sie herrschen mit Gott« (4/19, Seite 26-28)

War dieser Titel als Satire gedacht? – Es hat einige Zeit gedauert, bevor ich meine Erschütterung überwunden habe. Mit Gott zu herrschen wäre das Beste, was ich mir vorstellen kann. Aber die Struktur in der katholischen Kirche ließ zu, gegen die Lehre Jesu mit dem Marterkreuz zu schlagen und zu unterdrücken in der Überheblichkeit, Gott in Geiselhaft zu nehmen, da er ja nur der hohen und höchsten Priesterkaste seinen Willen kundtäte und sie damit schon wissen, was Gott will. Nein, sie herrschen gegen Gott. Hanna Leinemann, Kiel

Wir haben noch gar nicht richtig realisiert, dass die katholische Kirche durch ihre Missbrauch-Verbrechen nun stigmatisiert ist wie Kain, der seinen Bruder erschlug. Und es hat wohl noch niemand wirklich erfasst, welche Folgen das für die Kirche haben wird. Zum Beispiel wird es in der bevorstehenden österlichen Bußzeit nicht mehr möglich sein, dass der Klerus das Kirchenvolk glaubhaft zu Reue, Umkehr und Buße aufruft, ohne dass zuvor all diejenigen Bischöfe, die Missbrauch vertuscht und Straftäter wohl wissend versetzt haben, ein persönliches Schuldeingeständnis ablegen! Martin Birkhäuser, Publik-Forum online

Vieles in diesem Artikel ist begrüßenswert, aber an entscheidenden Stellen wird an den herkömmlichen Vorstellungen vom Priester festgehalten. »Das Priestersein sprengt den Rahmen sonstiger Berufe und Lebensentwürfe. Es endet nicht nach Dienstschluss …« Zu diesem Punkt möge man bei Eltern von kleinen oder kranken Kindern nachfragen, bei Sanitätern, Bergwacht oder Polizei. Dies ist nur eine kleine Auswahl von Berufen, die nicht nach »Dienst« arbeiten können. Sie arbeiten nicht selten buchstäblich unter Einsatz ihres Lebens. Dagegen dürfte das Leben eines Pfarrers recht beschaulich ablaufen. Ebenso wird die Macht des Priesters überhöht beschrieben als »Machtausübung mit leeren Händen« und als »zeichenhafte Macht«. Warum stellt man nicht einfach fest, dass ein Pfarrer keine Macht hat, so wie ein Lehrer keine Macht über Kinder und kein Arzt Macht über die Patienten hat. Josef Grundner, Stephanskir

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