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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 6/2016
Der neue Mensch
Jens Reich über Fluch und Segen der Gen-Medizin
Der Inhalt:

Die Kirche und ihre Öko-Bauern

Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland vergibt Äcker. Landwirte wollen dabei sein

Noch ist es zu matschig auf dem Weideland. Bis das Wetter wechselt, bleiben die Kühe von Claudia und Gerhard Gerster im Stall. Im Süden von Sachsen-Anhalt, wo weite Felder irgendwann auf Weinberge treffen, hat das Paar einen Ökohof aufgebaut. Und ein Leben als Familie mit sechs Kindern, drei Angestellten, den Milchkühen, Schweinen, einer Hühnerschar, Bienen und Hund Frieda. »Alles funktioniert als Kreislaufwirtschaft«, sagt Claudia Gerster. Der Mist der Tiere düngt die Felder, das Futter wird angebaut, der Boden dank vielfältiger Fruchtfolge geschont. Solaranlagen und eine kleine Biogasanlage sorgen für Strom und Wärme, während Milch in der hauseigenen Käserei verarbeitet wird. »Wir sind Überzeugungstäter.« Claudia Gerster erzählt, Gruppen kämen zu Führungen, um zu erfahren, wie das geht: ökologische Landwirtschaft. Sie findet, solch kleine Familienbetriebe müsste es mehr geben und solche, die Gentechnik, Monokultur und Pestizide ablehnen. Dafür setzen sich die Gersters über die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) ein. Eine große Hilfe, sagt Claudia Gerster, könnte die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) sein. In deren Land sieht sie ein mächtiges Instrument.

Kircheneigener Acker – davon hat die EKM in Sachsen-Anhalt, Thüringen und Nordsachsen 80 000 Hektar und vergibt ihn nach einem offengelegten und allseits gelobten Punktesystem. Jetzt stellt sie es in breiter Debatte auf den Prüfstand, sucht nach weiteren Kriterien. Jeder kann sich beteiligen. Ein Novum. Und eine Chance, sagt Michael Grolm, der AbL-Vorsitzende in Thüringen. Derzeit werden Punkte für regionale Herkunft des Bewerbers, Kirchenzugehörigkeit, den Pachtpreis und eine »ordnungsgemä