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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 6/2013
Unser Papst?
Der Inhalt:

Konfession und Moral

vom 22.03.2013

Zu: »Lehre oder Liebe?« (3/13)

Ich bin überrascht, dass sich Ulrich Körtner so weit von einem ökumenischen Geist entfernt hat. Er erwähnt in keiner Weise, dass sich die katholische Position erst nach den Erkenntnissen der Wissenschaft vom Menschen bildete, nachdem es keine Zäsur in der embryonalen Entwicklung gibt und es durchaus eine vorsichtige Sicht ist, wenn das menschliche Leben ab dem Zeitpunkt der Zeugung beginnt. Körtner unterstellt dabei der katholischen Kirche Lieblosigkeit und gibt sich damit selber das Prädikat liebevoll. Wer doziert hier? Ist es nicht Körtner, der einen Kampf aus einer evangelischen Position führt, die er selber nicht überprüft?

Hannes Daxbacher,A-Pressbaum

Wenn es um die Pille und »Pille danach«, PID oder Abtreibung geht, wird das Tötungsverbot in der katholischen Kirche 150 Prozent ernst genommen, während das Töten im Krieg auch mithilfe der Militärseelsorge relativ gelassen hingenommen wird. Wenn schon die Mitwirkung bei der Schwangerenberatung Donum Vitae für kirchliche Angestellte verboten ist, wird deutlich, dass eine klerikal zölibatäre Moraltheologie wohl auch aus Sexualneid besonders streng ist, wenn es im weitesten Sinne um die Bereiche des Unterleibs der Frau geht. Hier ist offensichtlich die evangelische Kirche in der Sexualmoral etwas frauengerechter. Bezüglich Mitwirkung bei kriegerischen Militäreinsätzen sollte aber auch sie sich vom Geist der Bergpredigt leiten lassen, wo sich im Umgang mit Feind und Gewalt ganz andere Lösungsansätze ergeben.

Simon Kirschner,Gaimersheim

Es ist ja über jeden Zweifel erhaben, dass die Menschwerdung eingebunden ist in einen wunderbaren Prozess, bei dem das Personsein als ein Zielpunkt, aber nicht als ein Anfang betrachtet werden muss. Erst mit der Abnabelung wird der junge Mensch eingesetzt in seine unantastbare Eigenwürde. Vorher aber partizipiert er an der Würde der Mutter. Es ist also das genuine Recht der Mutter, zu beurteilen, ob sie dem, was in ihr knospet, eine würde- und verantwortungsvolle Begleitung in die Menschwerdung gewähren kann. Die Entscheidung steht keinem außenstehenden Beobachter zu, und schon gar nicht kirchlichen Naturrechts-Experten.

Fritz P. Schaller,CH-Küsnacht

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