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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 6/2013
Unser Papst?
Der Inhalt:

Grün gegen Grün am Rursee

von Barbara Tambour vom 22.03.2013
Kraftwerke mit Pumpspeicher können schwankenden Strom aus Sonne und Wind ausgleichen.
Der Protest in der Eifel dagegen ist gewaltig. Doch ohne Speicher keine Energiewende

Es nieselt. Der Himmel ist fast so grau wie der Asphalt des Parkplatzes am Rursee. Dennoch haben sich gegen Mittag mehrere Hundert Demonstranten dort eingefunden. Manche halten Transparente hoch: »Rettet den Rursee« und »Pumpspeicherkraft? Nein danke«. Fast tausend Menschen demonstrieren an diesem Samstag im März in Heimbach in der Eifel gegen das am Rursee geplante Pumpspeicherkraftwerk. Die Firma Trianel, ein Stadtwerkeverbund mit Sitz in Aachen, will es bauen. Die Bürgerinitiative »Rettet den Rursee« hat zur Demo aufgerufen. Ihre Aktivisten warnen vor Naturzerstörung und dem Ende des Tourismus am Rursee.

Doch Pumpspeicherwerke sind nach dem Stand der Technik die einzigen bewährten Speicher für Energie. Und je höher der Anteil erneuerbarer Energie im Strommix, desto wichtiger sind solche Speicher. Denn der Wind weht und die Sonne scheint zwar in alle Zukunft – aber eben nicht in jedem Augenblick. Um Schwankungen auszugleichen, braucht es Speicher, sonst drohen Stromausfälle. Oder es werden doch wieder fossile Brennstoffe verheizt. Pumpspeicherwerke pumpen dann, wenn viel Strom vorhanden ist, Wasser von einem Unter- in ein Oberbecken. Wenn das Wasser wieder hinabgelassen wird, kann mithilfe von Turbinen und Generatoren Strom gewonnen werden.

Angst um Natur und Tourismus

Doch wo immer in Deutschland Pumpspeicherkraftwerke gebaut werden sollen – ob in Atdorf im Schwarzwald oder in der Eifel – entbrennt der Protest der Bevölkerung. Dabei entstehen groteske Fronten: Bündnisgrüne, die für das Pumpspeicherkraftwerk eintreten, treffen auf Bürgerinitiativen und CDU-Bürgermeister, die es wegen der Naturzerstörung bekämpfen.

Im Restaurant »Der Seehof« direkt am Rursee macht sich die Bürgerinitiative Luft: »Die Eifel ist eine strukturschwache Region. Wir müssen mit dem wuchern, was wir haben: mit der Schönheit der Landschaft, mit der Natur, mit dem Rursee, mit dem Nationalpark Eifel«, erläutert Christoph Pranter, der Sprecher der Initiative. Seine Befürchtung: Das geplante Kraftwerk könne das Aus für den Segel- und Kanusport bedeuten und damit den Ruin für Hoteliers, Café- und Restaurantbesitzer.

Doch die Hauptkritik der Aktivisten ist grundsätzlicher: »Pumpspeicherkraftwerke sind ein überholtes Instrument«, urteilt Pranter. »Wir sind nicht gegen die Energiewende. Aber die Energiewende b

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